Rechtsradiakle „Steeler Jungs“ marschierten

Wir dokumetieren an dieser Stelle die Pressemitteilung von Essen stellt sich quer.

Am 01.08. fand wieder eine Demonstration der „Steeler Jungs“ (SJ) statt. Diese Versammlung aber war in zweierlei Hinsicht bemerkenswert:

  • Die SJ haben sich in rassistischer Manier den Tod eines Jungen in Frankfurt zu Eigen gemacht und seinen Tod damit für ihre politischen Ziele missbraucht.
  • Die SJ haben ganz offen den Schulterschluss zur Neonazi-Szene in NRW gesucht.

Dass die SJ sich, wie auch andere rechte Gruppen, so auf den Tod
des Jungen in Frankfurt stürzen, liegt einzig und allein daran, dass
der dringend Tatverdächtige dieser abscheulichen Tat aus Eritrea
stammt. Sie nutzen den Mord, obwohl nichts über die Hintergründe
bekannt ist, um gegen die „Willkommenskultur“ zu hetzen.

Dazu haben sie prominente Unterstützung aus der Neonazi-Szene in
NRW erhalten und marschierten gemeinsam mit ihnen durch Steele.
Dieses offene zur Schau stellen der bestehenden Verbindungen ist ein
Novum und verdeutlicht abermals, dass die SJ eine rechte Gruppierung
ist. Die SJ gestalten ihre Veranstaltungen ganz bewusst so, dass sie
selbst für die radikalsten Rechten aus NRW anziehend wirken.

Bei der heutigen Versammlung sind lupenreine Faschisten durch
Steele mit marschiert, verurteilte Gewaltverbrecher, auf deren Konto
etliche einschlägige Straftaten gehen, Menschen, die eine
verurteilte Holocaust-Leugnerin als Ikone feiern und in deren
politischen Umfeld bereits Morde geschehen sind!

Bei vergleichbaren Demonstrationen mit ca. 50 Nazis in Dortmund
sind Hunderte Beamt*innen auf den Beinen, um die Bevölkerung vor den
Rechtsradikalen zu schützen. Wenn die Crème de la Crème der
nordrhein-westfälischen Neonaziszene in einer Gruppe von 300 Rechten
und Rechtsradikalen in Essen auftritt, wird sie handzahm von
unbehelmten Streifenbeamt*innen begleitet, während Gegenkundgebungen
oftmals eingegittert werden. Seit Monaten wird davor gewarnt, dass
das Kuscheln der Polizei mit den „Steeler Jungs“ im schlimmsten
Fall zu Zuständen wie in Dortmund-Dorstfeld führen wird. Der
Auftritt der Kader von „Die Rechte“ ist ein Warnschuss, denn
offenbar fühlen sich selbst die radikalsten Nazis in Steele bereits
wohl und kommen zu Besuch!

Die Politik muss nach der beschlossenen Resolution im Stadtrat
endlich konkret handeln: Wie wird das Treiben der SJ konkret
wirkungsvoll und nachhaltig eingedämmt? Wie wird die Arbeit vor Ort
gegen die Machenschaften der „Steeler Jungs“ gefördert? Warum
ist die Polizei seit Monaten so blind auf dem rechten Auge? Wie wird
seitens der Ordnungsbehörde endlich effektiv gegen die SJ Stellung
bezogen?

An der Versammlung nahmen unter anderem die folgenden Personen
teil:

  • Siegfried Borchardt, besser bekannt als „SS-Siggi“, ist ein mehrfach vorbestrafter Aktivist aus dem Spektrum der neonazistischen Freien Kameradschaften und ehemaliger Funktionär der 1995 verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei. Er ist Gründer der rechtsradikalen Borussenfront, einer Fußballfangruppe aus Dortmund, und war einige Zeit lang Kreisvorsitzender der Partei neonazistischen Die Rechte.
  • Michael Brück ist ein deutscher Rechtsextremist und stellvertretender NRW-Landesvorsitzender der neonazistischen Partei „Die Rechte“. Brück gehörte zu den Führungsfiguren der Neonazi-Organisation Nationaler Widerstand Dortmund.
  • Alexander Deptolla gilt als Hauptverantwortlicher des Neonazi-Kampfsportevents „Kampf der Nibelungen“. Deptolla ist nicht nur eine Führungsperson der rechten Szene in Dortmund, sondern auch eng an die „Hammerskins“ angebunden.
  • Henry Schwind ist ebenfalls Mitglied der Partei „Die Rechte“ und Mitglied im Kreisverband Gelsenkirchen/Recklinghausen.
  • Claus Cremer ist ein Politiker der neonazistischen NPD, Landesvorsitzender der NPD in NRW und Aktivist der neonazistischen Freien Kameradschaftsszene.
  • Dominik Horst Roeseler ist ein ehemaliger Pro NRW Politiker und Gründer der HoGeSa. Er war 2004 Anmelder der Demonstration in Köln, bei der es zu schweren Ausschreitungen kam. Inzwischen ist er Organisator von „Mönchengladbach steht auf“, einer rechtsradikalen, islamophoben Gruppe.
  • Dr. Christoph Berndt ist ein Rechtsaußen der „Alternative für Deutschland“ und der Kopf des Golßener Vereins „Zukunft Heimat“.

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