Reinhören! Zu „Ekel, Wut und Tränen“, UZ vom 28. Februar

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Jeannette Stuckmann, per E-Mail

Der Beitrag von Kutlu Yurtseven von der „Microphone Mafia“ hat mich sehr beeindruckt, war mit Wuttränen (und dem Gefühl großer Hilflosigkeit) verbunden. In den Medien tauchen jetzt wieder Begriffe auf, die ich nicht mehr akzeptieren kann. Mein Leserbrief betrifft nur dies, nicht das furchtbare Morden eines Rassisten (mit anderen – siehe NSU?) und auch nicht die Reaktionen der „Politik“ in den Tagen nach den Morden in Hanau.

„Menschen mit Migrationshintergrund“ oder „Menschen mit ausländischen Wurzeln“ sollten aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Endgültig. Es geht einzig und allein um Menschen, die hier in diesem unserem Land leben. Egal, wo sie herkommen. Egal, ob sie hier geboren wurden oder woanders. Egal, ob sie schon lange hier leben oder gerade erst angekommen sind. Egal, ob sie die deutsche Sprache (schon) können oder nicht. Egal, ob sie schon „integriert“ sind – wer übrigens legt fest, wann jemand integriert ist?

Wir Linken meinen, wir seien ohne Vorurteile. Stimmt nicht. Durch Kutlus Beitrag ist mir wieder bewusst geworden: Ja, ich habe ganz tief in mir drin doch Vorbehalte. Deshalb meine „Botschaft“ mit diesem Leserinnenbrief an alle „Linken“: Bei aller klaren antirassistischen und „ausländerfreundlichen“ Haltung: Hört auch mal in euch rein.

Oder hört mal den Song „Wir können auch anders“ von „Microphone Mafia“ (CD Testa Nera, 2006) an. Klarer geht es kaum, wenn es um Menschen geht, die eben keine Fremden sind.

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"Reinhören!", UZ vom 13. März 2020



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