Ramiro Valdés Menéndez ist am vergangenen Sonntag im Alter von 94 Jahren in Havanna gestorben. Er war einer der letzten drei Comandantes aus den Tagen des Befreiungskampfes gegen die Batista-Diktatur.
In bitterer Armut aufgewachsen, doch von seiner Mutter immer zur Würde und mit Liebe zur Freiheit erzogen, stellte sich Ramiro Valdés gegen die Ausbeutung seiner Heimat durch die USA. Am 26. Juli 1953, mit gerade einmal 21 Jahren, nahm Valdés am Sturm auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba teil. Der geschlagene Aufstand sollte der Ausgangspunkt der kubanischen Revolution werden. Nach Jahren der Haft ging Valdés ins mexikanische Exil, um 1956 auf der „Granma“ nach Kuba zurückzukehren. Während des gemeinsamen Kampfes in den Bergen wurde Valdés der engste Vertraute Ernesto Che Guevaras, unter dessen Kommando er gekämpft hat, bis er selbst zum Comandante ernannt wurde.
Nach dem Sieg der kubanischen Revolution übernahm Ramiro Valdés zentrale Aufgaben in der neuen Republik. Er war Innenminister (das Amt hatte er zwischen 1961 und 1968 sowie erneut von 1979 bis 1985 inne) – und baute den staatlichen Sicherheits- und Geheimdienstapparat auf. Ramiro Valdés war ein Verteidiger der Revolution durch schwierigste Zeiten konterrevolutionärer Bedrohungen hindurch, wie zum Beispiel während der US-amerikanisch gesteuerten Invasion in der Schweinebucht in diesen heißen Tagen im April 1961.
Ramiro Valdés wurde später Erster Vizeminister der Fuerzas Armadas Revolucionarias (Verteidigungsministerium) und Minister für Informatik und Kommunikation und Stellvertretender Ministerpräsident. Bis ins hohe Alter diente er der Revolution an der Spitze des kubanischen Staates. Zudem leitete er die Mission, die sterblichen Überreste von Che Guevara und der mit ihm ermordeten Revolutionäre zu suchen, zu exhumieren und nach Hause zu bringen. Zuletzt war er an der Umsetzung des laufenden Programms zur Errichtung von Solarparks beteiligt. Für seine Rolle in der Revolution wurde ihm der höchste Staatsorden „Held der Republik“ verliehen.
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel betonte, der Verlust von Ramiro Valdés schmerze „wie der eines Vaters“ und würdigte seine Loyalität, seine Bescheidenheit und seinen unermüdlichen Einsatz für das Land und die Revolution.
Seine Aufgaben hat Comandante Ramiro Valdés Menéndez nicht nur mit revolutionärer Disziplin und Beharrlichkeit erfüllt, sondern auch mit Liebe: „Die Geschichte zeigt, zumindest die kubanische Geschichte, dass man, um Revolutionär zu sein, romantisch, idealistisch und verliebt sein muss. In wen? In erster Linie in die Revolution. So ist es, anders geht es nicht.“
Auch in seinem Namen werden die Kubanerinnen und Kubaner ihre Revolution gegen den Imperialismus verteidigen.








