Trump verkündet Durchbruch für Gaza – Israel lehnt Ende der Angriffe ab

Kein Inte­resse an Frieden

Nach monatelangem Schweigen verkündete Trumps „Board of Peace“ wieder einmal einen „historischen Durchbruch“. Trumps Friedensplan zu Gaza werde endlich umgesetzt, die Hamas entwaffnet. „Gaza gehört uns“, erklärte dazu Israels rechtsextremer Minister Itamar Ben-Gvir auf einer Kundgebung am Grenzzaun zu Gaza. Demonstranten forderten dabei, neue Siedlungen in Gaza zu errichten. Zwar wollten israelische Behörden die Aktion verhindern, doch hatte selbst Benjamin Netanjahus Likud-Partei mit zur Kundgebung aufgerufen.

Eine Entwaffnung schien auch für die Vertreter der Hamas akzeptabel, sofern es ausschließlich innerhalb einer palästinensischen Verwaltung für Gaza geschehe. Aber es gelte, einige Punkte zu beachten: Israel müsse zunächst alle Punkte aus Trumps Friedensplan vom September 2025 umsetzen, die Angriffe beenden und sich sukzessive aus dem Gaza-Streifen zurückziehen. Damals (im Oktober 2025) hatten sich Vertreter Ägyptens und 30 anderer Länder mit den USA in Scharm-El-Scheich getroffen, um die Umsetzung der ersten Phase von Trumps Plan zu vereinbaren. Vertreter Israels oder der Hamas waren nicht anwesend. Dieser Plan verlangte die Freilassung der damaligen Geiseln durch Hamas, ein unmittelbares Ende der Angriffe und die Lieferung ausreichender Hilfsgüter nach Gaza. Internationale Truppen sollten in Gaza stationiert werden.

Bisher wurden diese Vereinbarungen nicht voll umgesetzt. Noch immer beklagen internationale Organisationen, dass Hilfslieferungen behindert werden, noch immer bombardiert Israel den Gazastreifen. Mehr als 1.000 Menschen starben seit Beginn des „Waffenstillstands“ durch israelische Angriffe. Weitere 18 Palästinenser, darunter mehrere Kinder, starben kurz nach Trumps Meldung über einen „Durchbruch“ durch die Hand des israelischen Militärs.

Israels Minister Ben-Gvir erklärte zu Trumps Verkündung, ohne andauernde israelische Bombardierung könne die Hamas neue Angriffe vorbereiten. Netanjahus Büro meinte, Trumps Plan diene nicht den israelischen Inte­ressen. Erst wenn die Hamas „wirklich entwaffnet“ sei, werde sich Israels Armee zurückziehen. Energieminister und Mitglied des Sicherheitskabinetts Eli Cohen – seine Partei ist in einem Bündnis mit Likud – machte deutlich, dass Israel keinem Abkommen zugestimmt hat, das militärische Angriffe in Gaza verhindert. Auch Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, es werde keinen israelischen Rückzug geben: ob aus Libanon, Syrien oder Gaza.

Es gibt mittlerweile eine detaillierte Roadmap mit 15 Punkten für das weitere Vorgehen. Neben der Übergabe der Waffen gehört dazu der Übergang der Verwaltung an eine neu gegründete palästinensische Behörde, Neuaufbau der Polizei sowie Wiederaufbau von Gaza und wirtschaftliche Entwicklung. Die bestehende Verwaltung soll nicht einfach aufgelöst werden, die bisherigen Mitarbeiter sollen „fair“ behandelt und ihre Rechte gewahrt werden.

Letztlich bliebe auch eine palästinensische Verwaltung von Gaza unter internationaler Aufsicht, durch Trumps „Board of Peace“, die „internationalen Stabilisierungskräfte“ oder das „Internationale Überprüfungskomitee“, das Verletzungen des Abkommens dokumentieren soll.

Schon im Punkt 2 der Roadmap heißt es, Israel müsse die bisherigen Verpflichtungen aus dem Abkommen von Scharm-El-Scheich vollständig umsetzen. Das heißt vor allem ein Ende der Angriffe. Der israelische Abzug soll phasenweise vonstatten gehen, ebenso wie die Abgabe der Waffen durch die Hamas.

Doch ein Rückzug aus Gaza ist für viele israelische Politiker ein No-Go. Die Übernahme von großen Teilen von Gaza scheint im Mainstream israelischer Politik angekommen. Das „Board of Peace“ schließt sich mittlerweile Netanjahu an: Israels Rückzug wird nicht vor einer endgültigen Entwaffnung der Hamas erfolgen.

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"Kein Inte­resse an Frieden", UZ vom 7. August 2026



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