China verurteilt Angriffskrieg – Bundeskanzler Merz bekräftigt Unterstützung für Trump und Netanjahu

USA und Israel zerstören Lebensgrundlagen im Iran

Die Angreifer stecken in einer Sackgasse: Die USA und Israel erreichen keines der vielen von ihnen verkündeten Ziele im Krieg gegen den Iran. In Teheran wurde am Montag mit Modschtaba Chamenei ein neues geistliches und staatliches Oberhaupt bestimmt, die militärischen Gegenschläge des Iran erfolgen weiterhin koordiniert, die Straße von Hormus ist gesperrt, der Ölpreis stieg am Montag auf ein Rekordniveau und drohte, die Weltwirtschaft zu erschüttern.

Ein Resultat steht dennoch fest: Das internationale Kriegslager – an der Spitze die USA, Israel und ihre westeuropäischen Unterstützer unter Führung der Bundesregierung sowie die Ukraine – wird für die Weltöffentlichkeit ebenso sichtbar wie jene Staatengruppe, die auf Diplomatie und Frieden setzt. Am Sonntag kritisierte der chinesische Außenminister Wang Yi auf einer Pressekonferenz in Peking erneut scharf den Angriff auf den Iran. Er erklärte, dieser habe „niemals stattfinden dürfen“. Am Montag initiierte US-Präsident Donald Trump ein Telefongespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin, in dem sie etwa eine Stunde über den Iran, die Ukraine sowie Venezuela sprachen. Trump kündigte laut „TASS“ an, die USA würden einige ihrer Sanktionen gegen die Ölindustrie anderer Länder aufheben. Putin äußerte sich zur Lösung der verschiedenen Konflikte im Nahen Osten und informierte über den erfolgreichen Vormarsch russischer Truppen im Nordosten der Kontaktlinie in der Ukraine. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schlug am Montag bei einem Besuch auf Zypern eine internationale Mission zur Absicherung der Straße von Hormus nach dem Ende der Kampfhandlungen vor. Die Öffnung der Meerenge sei „von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft“.

Das war am Montag spürbar. Rohöl der Sorte Brent kostete zeitweise knapp 120 US-Dollar pro 159-Liter-Fass – der höchste Stand seit Sommer 2022. Im Verlauf des Tages sank der Preis zwar wieder, dennoch fühlte sich US-Präsident Donald Trump genötigt, am späten Abend in seinem Golfklub in Doral in Florida mit der Erklärung vor die Kameras zu treten, der Krieg sei „so gut wie beendet“. Er feierte angebliche militärische Erfolge und behauptete, die Operation „Epische Wut“ laufe nach Plan. Seit Beginn der Angriffe am 28. Februar seien bereits mehr als 5.000 Ziele im Iran bombardiert und 51 iranische Kriegsschiffe versenkt oder schwer beschädigt worden.

Am Dienstag sank der Ölpreis auf knapp über 90 US-Dollar pro Fass – nicht aber der Spritpreis an deutschen Tankstellen. Das beunruhigt zwar offiziell die Bundesregierung nicht, wohl aber zum Beispiel Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Er wies am Sonnabend darauf hin, dass Sprit aus der Raffinerie in Schwedt auch in Polen verkauft werde, dort aber um 60 Cent billiger sei als in Deutschland. Das sei „reine Abzocke“.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist das offenbar gleichgültig, er setzt auf Krieg. Hetzerisch erklärte er am Montag in Berlin: „Je schneller das Mullah- Regime aufhört, je schneller ist dieser Krieg beendet.“ Der Iran sei „das Zentrum des internationalen Terrorismus, und dieses Zentrum muss geschlossen werden. Und die Amerikaner und die Israelis tun das auf ihre Weise.“

Dem waren schwere Kriegsverbrechen der USA und Israels vorangegangen. Am Wochenende wurden gezielt die Energie- und Trinkwasserversorgung des Iran angegriffen, das heißt die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. So bombardierten die USA eine iranische Entsalzungsanlage, woraufhin der Iran eine solche in Bahrain angriff. Israel traf zudem gezielt vier Treibstofflager in Teheran. Der ausgelaufene Kraftstoff gelang in die Kanalisation und setzte Straßen in Brand. Experten warnen vor jahrzehntelangen Umweltschäden durch Schwermetalle und Feinstaub. Libanons Katastrophenschutz gab am Montag bekannt, dass bei Israels Angriffen auf das Land fast 500 Menschen getötet und mehr als 1.300 verletzt worden. Insgesamt seien fast 700.000 Menschen als Binnenflüchtlinge registriert.

Das Kriegslager will weitermachen und kann sich auf deutsche Unterstützung verlassen.

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"USA und Israel zerstören Lebensgrundlagen im Iran", UZ vom 13. März 2026



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