Veranstaltung im Theater Ost erinnert an Siegesparade vom 7. September 1945

Wù wàng – Vergiss niemals!

Roter Brandenburger

Der „Rote Brandenburger“ erinnert in seiner aktuellen Ausgabe an die Siegesparade vom 7. September 1945 in Berlin zum Ende des Zweiten Weltkrieges nach der Kapitulation Japans. Berliner Friedenskräfte wollen künftig alljährlich Anfang September an den überragenden Beitrag der Sowjetunion und Chinas zur Niederringung der faschistischen Bedrohung und die „Vergessene Parade“ erinnern. Am 18. September findet der Auftakt im Theater Ost statt.

Am 7. September 1945 fand im Zentrum Berlins eine Siegesparade von Truppen der Sowjetarmee und der drei Westalliierten statt. Ideengeber und Abnehmender war Marschall Shukow. Das weltweite Ende des Zweiten Weltkrieges sollte nach der Kapitulation Japans angemessen begangen werden. Die Westmächte nahmen nur widerstrebend und mit zweiter Garnitur an dem Ereignis teil. Ihre Medien berichteten kaum. So ging es als die „Vergessene Parade“ in die Geschichte ein. Der Kalte Krieg brauchte das Vergessen über Ursachen, Akteure und Verlauf des Zweiten Weltkrieges, um den Dritten vorzubereiten. Das gilt bis heute.

Im Norden der Volksrepublik China, in der Stadt Hailar, nimmt sich ein Museum des Antifaschistischen Weltkrieges dieser Zusammenhänge an. Auf steinernen Buchseiten ergeht an die Besucher die Mahnung „Wù wàng“ (Vergiss niemals). Mitgeteilt wird dort vieles, was hierzulande kaum bekannt ist. Nicht nur nach chinesischer Sicht, sondern auch im Verständnis anerkannter westlicher Historiker wie Richard Overy begann der Zweite Weltkrieg am 18. September 1931 mit dem von japanischen Spezialkommandos in Vorwegnahme von Gleiwitz inszenierten Zwischenfall an der Südmandschurischen Eisenbahn.

Er diente als Begründung für die Eröffnung eines totalen Vernichtungskrieges. Die tenno-faschistischen Truppen standen dabei Wehrmacht und SS in nichts nach. Das chinesische Volk leistete heldenhaft Widerstand und musste 20 Millionen (vorwiegend zivile) Tote beklagen. Die UdSSR spielte, wie in Europa, auch in Asien eine entscheidende Rolle beim Niederringen der Achsenmächte. Von Anfang an erhielten die chinesischen Widerstandskräfte materielle und militärische Unterstützung.

Sowjetische Freiwillige schossen Hunderte japanische Flugzeuge ab. 1939 brachten sowjetische und mongolische Truppen unter dem Oberbefehl des damaligen Armeekommandeurs Shukow Teilen der japanischen Kwangtung-Armee eine vernichtende Niederlage bei. Genau diese wichtigste Gruppierung der japanischen Landstreitkräfte wurde dann im August 1945 von der Sowjetarmee völlig zerschlagen. Auch ohne verbrecherischen Einsatz der beiden US-Atombomben hätte Japan kapitulieren müssen. Zu den 27 Millionen getöteten Sowjetbürgern gehören die an dieser Front Gefallenen.

Den überragenden Beitrag der Sowjetunion und Chinas zur Niederringung der faschistischen Bedrohung wie auch jene „Vergessene Parade“ soll künftig eine alljährlich Anfang September stattfindende Veranstaltung von Friedensorganisationen in Berlin vor dem Vergessen bewahren helfen.

Am 13. September 2025 von 11 bis 17 Uhr findet in Berlin eine Veranstaltung des Integral e. V. in Erinnerung der Siegesparade vom 7. September 1945 statt, bei der erstmals in dieser Form je ein Orchester aus der Sowjetunion, den USA, Britannien und Frankreich gemeinsam auftraten.
In Liedern, Tänzen und Filmbeiträgen werden die entscheidenden Stationen des Großen Vaterländischen Krieges bis zur Kapitulation Japans am 3. September 1945 nacherzählt, gefolgt von der ergreifenden Freude der Völker der Sowjetunion über Frieden und Wiederaufbau. Das Programm entstand in Kooperation verschiedener Vereine und ist in seiner Zusammensetzung und Aussage einzigartig.
Eintritt: 20 Euro (10 Euro)
Karten:
Theater Ost
Moriz-Seeler-Straße 1
12489 Berlin

kartenverkauf@theater-ost.de
und
Antiwar Café
Rochstraße 3
10178 Berlin

oder
integral_ev@freenet.de

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