Bericht von der Gründungsversammlung der DKP-Betriebsgruppe Uniklinik Essen

Diese Zeit braucht kommunistische Betriebsgruppen

Am 10. Mai hat in Essen die Gründungsversammlung einer weiteren DKP-Betriebsgruppe stattgefunden. Die Grußbotschaften des Parteivorsitzenden Patrik Köbele, vom Kreis, Bezirk und von anderen Betriebsgruppen machten deutlich, wie groß der Stolz auf die voranschreitende Verankerung der DKP in den Betrieben ist.

Auch im Referat wurde deutlich, wie sehr diese Zeit kommunistische Betriebsgruppen braucht. In einer Uniklinik stehen Belegschaft und eine DKP-Betriebsgruppe nicht direkt einem (Monopol-)Kapitalisten gegenüber. Umso intensiver wurde in der Diskussion zu Referat und Arbeitsplan der neuen Gruppe diskutiert, was die konkreten Anforderungen an Betriebsarbeit im Rahmen der antimonopolistischen Strategie der DKP sind. Die im Referat herausgehobenen drei Felder Entwicklung von Klassenbewusstsein, Agitation/Betriebszeitung und gewerkschaftliche Arbeit und Aktionseinheit untermauerten die konkreten Planungen für 2026 und 2027. Auch ohne Monopol im Betrieb werden sich die Angriffe auf die ohnehin schon schlechten Arbeitsbedingungen noch verschärfen, werden die Tarifrunden noch schwieriger, so die einhellige Einschätzung der Mitglieder. Die übergeordneten Angriffe der Merz-Regierung, die unter Führung der Gesundheitsministerin Nina Warken die gesundheitspolitischen, tariflichen und betrieblichen Rahmenbedingungen massiv verschlechtern sollen, brauchen auch betriebliche Antworten. Und so spielte auch die Frage der Avantgarderolle solcher kommunistischer Zellen für die betriebliche Arbeit der DKP eine intensive Rolle in der Debatte.

211502 A Klinikpresse - Diese Zeit braucht kommunistische Betriebsgruppen - DKP Hessen, DKP-Betriebsgruppe Uniklinik Essen, Essen, Patrik Köbele, Uli Macher - Aktion

Eine Stärke der neuen Grundorganisation ist die lange betriebliche Verankerung in der Uniklinik Essen. Schon seit über zehn Jahren arbeiten Genossinnen und Genossen im Betrieb und in den gewerkschaftlichen Strukturen. Seit 2018 wird die „Klinikpresse“ als Betriebszeitung verteilt. Die von der Betriebsgruppe zur Gründungsversammlung erstellte Broschüre mit den 35 erschienenen Ausgaben zeigt die Verankerung und Kampferfahrungen der DKP in der Uniklinik. Sie lud auch zum Schwelgen in Erinnerungen ein an die großen Streiks und Kämpfe wie den gegen die Krankenhausschließungen im Essener Norden. In acht Jahren wird man im Alltag im Gesundheitswesen schon älter, ließ sich mit Blick auf die Fotos lachend feststellen. Das mag auch an den Verteilungen der „Klinikpresse“ zu Schichtbeginn in aller Frühe liegen. Oder an der Witterung, an die sich Uli Macher als Gründungsmitglied des ursprünglichen Betriebsaktivs in seiner Grußbotschaft wie folgt erinnert: „… nicht nur die Parteidisziplin, sondern die Qualität der Zeitung hat mich dazu bewogen, diese vor dem Klinikum dann auch zu verteilen. Komisch, wie so ein Gedächtnis funktioniert: haben wir die Zeitung denn nur verteilt, wenn es scheiße-kalt war?“

Neben der Ernsthaftigkeit in den Beratungen kam die gute Laune also an keiner Stelle zu kurz. Einen Höhepunkt fand sie, als – auch als Resultat der langen kontinuierlichen Arbeit – zwei neue Mitglieder in die Betriebsgruppe und DKP aufgenommen werden konnten.

Zum Schluss waren sich alle einig: Diese Zeit braucht Widerstand! Diese Zeit braucht kommunistische Betriebsgruppen! Mit alten und neuen Mitgliedern, die die Kämpfe in den Betrieben und Gewerkschaften aufnehmen. Gegen die Angriffe des Vorstands am Uniklinikum. Gegen Warken und Merz und ihre Politik für die Konzerne. Aber auch unter der Überschrift des letzten Referatsteils: Für den Sozialismus. Denn der ist nicht nur in der Gesundheitsversorgung „die beste Prophy­laxe“.

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"Diese Zeit braucht kommunistische Betriebsgruppen", UZ vom 22. Mai 2026



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