Friedensdemonstration der DKP zum Tag der Begegnung an der Elbe in Torgau

Ein Handschlag, der mahnt

Seine lange Geschichte sieht man der sächsischen Kleinstadt Torgau an der Elbe an seiner Altstadt und dem Schloss. Doch auch in der jüngeren Geschichte findet Torgau seinen Platz – und der ist für die Gegenwart von besonderer Bedeutung. Dort fand am 25. April 1945, kurz vor der lang ersehnten Kapitulation der deutschen Faschisten, das erste Aufeinandertreffen zweier alliierter Armeen statt. Ein Treffen, das mit dem Handschlag an der Elbe zum historischen Moment und Symbol für Völkerfreundschaft und Frieden wurde. 81 Jahre danach hat dieser Handschlag nicht an Bedeutung und Strahlkraft verloren.

Rund 600 Friedensbewegte aus verschiedenen Parteien, Organisationen und Initiativen sind am Samstag dem Aufruf der DKP gefolgt, mit einer Demonstration an diesen historischen Moment zu erinnern und die Lehren daraus für heute zu ziehen. „Die Menschen in Deutschland brauchen Frieden und Freundschaft mit Russland und China“, eröffnete Moderatorin Martina Lennartz (DKP) die Auftaktkundgebung am Brückenkopf an der Elbe. Dem Elbe-Tag gedenken, heißt „Raus aus der NATO!“

In der DDR habe man über 40 Jahre lang den Frieden gesichert, erklärte Friedeman Munkelt, Oberst a. D. der Nationalen Volksarmee (NVA), in seiner Rede vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal. Nach der Konterrevolution habe es keine zehn Jahre gedauert, bis der deutsche Imperialismus wieder Angriffskrieg führte gegen Jugoslawien. Der Sprecher des Ältestenrats des Verbandes zur Pflege der Traditionen der NVA und der Grenztruppen der DDR erinnerte daran, dass der Handschlag an der Elbe nicht nur mahne, sondern ein Auftrag an uns mit ihm einhergehe: Von deutschem Boden aus darf nie wieder Krieg ausgehen.

Brigitte Renkl von der Berliner VVN-VdA widmet diesem Auftrag seit über 50 Jahren ihr Leben. Ihrer Teilnahme am Elbe-Tag im vergangenen Jahr wegen sei sie innerhalb der VVN von Antideutschen diffamiert worden, berichtete die Antifaschistin – als „rechtsoffen“. Das sei ein Ergebnis des tief verwurzelten Antikommunismus in der BRD. Es gelte, den Charakter der AfD als Sammelbecken von Faschismus und Reaktion herauszustellen, forderte Renkl. Die stärkste Waffe dabei sei, sich konsequent gegen den deutschen Militarismus und an die Seite der Völker zu stellen, die gegen den Imperialismus kämpften.

20260425 151331 web - Ein Handschlag, der mahnt - Brigitte Renkl, DKP, Friedeman Munkelt, Jutta Kausch-Henken, Martina Lennartz, Patrik Köbele, SDAJ, Tag der Begegnung, Torgau, VVN-VdA - Blog, Politik
Die Demo zieht durch das Volksfest. (Foto: Martina Lennartz)

Eine Brücke in die Gegenwart schlug auch Hauptrednerin Jutta Kausch-Henken von der Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!“ Der Imperialismus zeige zunehmend sein brutales Gesicht. USA und NATO terrorisierten die Welt mit Krieg. „Ein Panoptikum des Grauens, das sich ‚wertebasierte Ordnung‘, ‚Verteidigung der Demokratie‘ und ‚Freiheit‘ nennt!“ Mit Blick auf die aktuellen Kriege und Israels Völkermord in Gaza richtete sich Kausch-Henken direkt an alle Menschen auf dem Torgauer Marktplatz: „Wie kann es sein, dass sich eine solch zerstörerische, verantwortungslose Politik austoben kann, ohne dass der Souverän, also wir, dies unterbindet? Sie ist nicht nur ein Verbrechen, sie ist gegen jede Vernunft, gegen jede Verantwortung, gegen jede Menschlichkeit.“

Mut machte ein junger Friedenskämpfer der SDAJ, der vom Kampf der Jugend gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht berichtete. Die diesjährigen Ostermärsche hätten gezeigt, dass die antimilitaristische Jugendbewegung Teil der Friedensbewegung sei und diese stärke. Aktiver Protest und Widerstand können Wirkung zeigen, unterstrich das SDAJ-Mitglied mit einem Beispiel: Eine Initiative aus Bürgern und Jugendlichen konnte ein geplantes Bundeswehr-Camp auf dem Harzer Brocken verhindern.

Am Nachmittag zog die Demonstration noch einmal zum Denkmal der Begegnung an der Elbe. Inmitten eines kleinen Volksfests fand dort die Abschlusskundgebung statt. „Wir entschuldigen uns nicht für die Unterbrechung Ihres Festes“, richtete sich Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, an die Bürgerinnen und Bürger. Die Friedensdemonstration sei mit einem Appell gekommen: „Sie werden genauso ausgenommen wie wir. Sie werden ebenso in die Schützengräben geführt wie wir, wenn wir uns nicht zur Wehr setzen!“, mahnte Köbele. Einmal im Jahr an den Handschlag an der Elbe zu erinnern, sei richtig, reiche aber nicht aus: Das werde die, „die uns kriegstüchtig machen wollen, die uns ausnehmen wollen für ihre Hochrüstungspolitik, nicht stoppen.“

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