Zu „Wohnen und Mobilität sind Klassenfragen“, UZ vom 24. April

Erinnerung an die „Spinne“

Rüdiger Deißler, Berlin

Vielen Dank für diesen aufklärenden Artikel. Er zeigt Zusammenhänge auf, die mir so nicht klar waren, obwohl ich selbst jahrelang als Pendler mein Brot verdient habe. Rainer Perschewski hat diese Leerstellen auf einen Begriff gebracht: der Zwang für immer mehr Menschen im Kapitalismus, weit weg vom Arbeitsplatz zu leben, weil es in Arbeitsplatznähe keine bezahlbaren Wohnungen gibt. In der DDR war das anders. Die Arbeit kam zum Bürger. Im jahrhundertelang strukturschwachen Eichsfeld um Worbis und Heiligenstadt (Bezirk Erfurt/DDR) wurde ab 1961 ein industrieller Großbetrieb aufgebaut. Der VEB Baumwollspinnerei im VEB Kombinat Baumwolle, im Volksmund „Spinne“ genannt, gab 4.500 Menschen Arbeit bis zur Übernahme der DDR 1990. Gleichzeitig wurde das Dorf Leinefelde zur zweiten sozialistischen Stadt (nach Eisenhüttenstadt) ausgebaut. Heute gibt es die „Spinne“ nicht mehr.

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"Erinnerung an die „Spinne“", UZ vom 15. Mai 2026



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