Das Antikriegsmeeting auf dem 21. UZ-Pressefest

Frieden, Brot und Solidarität

Heraus zum Antikriegstag und zu den Aktionen der Friedensbewegung am 1. Oktober!“ – das war der zentrale Aufruf, den Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des großen Antikriegsmeetings am Samstagnachmittag richtete. Dass wir raus müssen auf die Straße, gegen die Weltkriegsgefahr durch NATO, USA, EU und Deutschland, gegen die Inflation, die Energiepreise und die Gasumlage, die Sevim Dagdelen, Mitglied des Bundestages für die Linkspartei, in ihrer Rede treffend eine „Kriegsanleihe“ nannte. Raus auf die Straße, vor allem ohne uns spalten zu lassen, gemeinsam „für Heizung, Brot und Frieden“, so Dagdelen.

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… internationalen Gäste während des Antikriegsmeetings. (Foto: Shari Deymann)

Dicht gedrängt stand das Publikum vor der Hautbühne, bis auf die Stufen der gegenüberliegenden Volksbühne – mehr als 4.000 Menschen waren gekommen.

Sie durften dort zuerst die internationalen Gäste des 21. UZ-Pressefests kennenlernen. Melina Deymann, Redakteurin der UZ, stellte sie vor und erinnerte an die, die nicht dabei sein konnten, wegen Pandemie, Inflation, verweigerten Visa oder, weil sie für ihre politische Überzeugung im Gefängnis sitzen.

25 Schwesterparteien der DKP waren trotzdem da, dazu schickten die Schwesterzeitung der UZ, die „Nase Pravda“ aus Tschechien, der britische „Morning Star“ und die US-amerikanische „People‘s World“, ihre Redakteurinnen und Redakteure. Dazu kamen die Vertreterinnen und Vertreter der Botschaften der fortschrittlichen und sozialistischen Länder – es wurde auch auf der Bühne voll. Und nicht nur auf ihr, sondern auch vor der Bühne wurde emotional erlebbar, was es heißt, Genossinnen und Genossen zu haben, als Musikandes gemeinsam mit den internationalen Gästen „El pueblo unido“ sangen.

Und es blieb ein Antikriegsmeeting voller Höhepunkte. Laura von Wimmersperg von der Berliner Friedenskoordination drückte die Freude darüber aus, dass das Pressefest in Berlin stattfindet, Dietmar Dath hatte aus den USA ein Grußwort geschickt, Tino Eisbrenner ließ es sich trotz der Technikprobleme am Nachmittag nicht nehmen, mit seinem „Lied vom Frieden“ dabei zu sein, Hartmut König und Michael Letz brachten sogar eine Premiere mit zum Antikriegsmeeting (siehe Seite 11). Gina und Frauke Pietsch sorgten mit einer ins Deutsche übertragenen Version von „La Memoria“ für Gänsehaut. Währenddessen wurde – für das Publikum nicht sichtbar – fleißig an Texten gekürzt, denn das kaputte Mischpult vom Nachmittag hatte nicht nur Ärger gemacht, sondern auch Zeit gestohlen. Erich Schaffner und Georg Klemp kürzten ihr Programm, aber auch ihnen gelang es – wie allen teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern – ein starkes Zeichen gegen den Krieg zu setzen. Der Ernst-Busch-Chor verwies singend auf die am Abend stattfindende Aufführung des Hacks-Stücks im Kino Babylon und Achim Bigus erinnerte mit „Unser Marsch ist eine gute Sache“ nicht nur an Hannes Stütz, sondern auch daran, dass es uns um eine gute Sache geht.

Nicht nur das Antikriegsmeeting setzte ein Zeichen – das UZ-Pressefest war im wahrsten Sinne der Worte ein Fest des Friedens und der Solidarität. Dort diskutierten zum Beispiel David Cacchione und Guillermo Quintero von der Antifaschistischen Karawane mit Liane Kilinc von der Friedensbrücke über die Solidarität mit den Volksrepubliken des Donbass und Günter Pohl diskutierte mit George Rashmawi von der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas und dem UZ-Autor Manfred Ziegler über Palästina. Die SDAJ fragte „Feindbild Russland und China – Was ist dran an der Propaganda?“. Zudem fand am Sonntag die Kuba -Jugendkonferenz 2022 von SDAJ und Netzwerk Kuba auf dem UZ-Pressefest statt.

Bereits am Montag trudelten erste Dankesschreiben aus Madrid, der chinesischen Botschaft in Berlin und aus Italien ein. Es war ein tolles Fest und ein starkes Zeichen für Frieden und Solidarität, so die einhellige Meinung. Nicht nur die internationalen Gäste waren froh, dass sie dabei sein konnten.

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Über die Autorin

Melina Deymann, geboren 1979, studierte Theaterwissenschaft und Anglistik und machte im Anschluss eine Ausbildung als Buchhändlerin. Dem Traumberuf machte der Aufstieg eines Online-Monopolisten ein jähes Ende. Der UZ kam es zugute.

Melina Deymann ist seit 2017 bei der Zeitung der DKP tätig, zuerst als Volontärin, heute als Redakteurin für internationale Politik und als Chefin vom Dienst. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bei der Arbeit für die „Position“, dem Magazin der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend.

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"Frieden, Brot und Solidarität", UZ vom 2. September 2022



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