Gedenkveranstaltungen für Ernst Thälmann in Berlin, Königs Wusterhausen und Weimar

Ganze Menschen gefordert

Ernst Kraft

Vier Kundgebungen und Gedenkfeiern an zwei Tagen: Der Freundeskreis Ernst Thälmann e. V. Ziegenhals-Berlin erinnerte in Berlin und Königs Wusterhausen an die Ermordung Ernst Thälmanns auf Befehl Hitlers im KZ Buchenwald vor 82 Jahren. Die Kundgebungen standen unter dem Motto „Werktätige: Hand in Hand! Antifaschisten: Schulter an Schulter! Schluss mit ‚spalte und herrsche‘!“ In Weimar organisierte ein Bündnis aus DKP Thüringen, der KPD und weiterer Parteien und Organisationen zwei Gedenkveranstaltungen auf dem Buchenwaldplatz und in der Gedenkstätte Buchenwald.

Vor dem 1986 eingeweihten Ernst-Thälmann-Denkmal im gleichnamigen Park in Berlin sprachen am Samstag Max Renkl, Vorsitzender des Freundeskreises Ernst Thälmann, und Ellen Brombacher für die Kommunistische Plattform (KPF) innerhalb der Linkspartei vor rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch junge sowie internationale Gäste waren gekommen, um dem KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann zu gedenken. Andauernder Bauarbeiten wegen ist das Denkmal eingezäunt. Max Renkl warnte, das Thälmann-Denkmal sei wie andere antifaschistische Denkmäler auch gefährdet, weil Geschichtsrevisionismus und Antikommunismus zunähmen. Renkl schlug einen Bogen zur amtierenden Bundesregierung und deren Generalangriff auf die Lebensbedingungen der Werktätigen, der Jugend, der Rentner und aller Menschen, die ohne goldenem Löffel im Mund geboren wurden.

„Die Geschichte unseres Lebens ist hart, deshalb fordert sie ganze Menschen. Du, ich und alle Mitkämpfer für unsere große Sache müssen alle stark, fest, kämpferisch und zukunftssicher sein“, zitierte Ellen Brombacher eingangs Thälmann. Noch könnten wir legal arbeiten und kämpfen, führte sie aus. Obwohl Thälmanns Situation viel schwieriger gewesen sei, sei er stets zukunftssicher geblieben – weil es die Sowjetunion gab, weil überall gegen die Faschisten gekämpft wurde. Für das, was wir heute erlebten und was uns bevorstehe, müssten wir „stark, fest und kämpferisch“ sein, forderte Brombacher. Unerlässlich sei der Kampf für Frieden und gegen Russophobie. 27 Millionen tote Sowjetbürger müssten doch wirklich Mahnung genug sein – doch die Kriegstreiber hetzten weiter. Brombacher kritisierte die inflationäre Verwendung des Begriffs „faschistisch“. Dennoch dürfe nicht unterschätzt werden, wie groß die faschistische Gefahr sei. Auch deshalb, weil die sogenannte „bürgerliche Mitte“ immer enger mit Faschisten kungele.

In Königs Wusterhausen nahmen am Sonntag ebenfalls knapp über hundert Menschen an der Kundgebung teil. Im dortigen Ortsteil Ziegenhals hatte sich am 7. Februar 1933 die Führung der KPD unter Vorsitz Ernst Thälmanns getroffen. Neben Max Renkl sprach dort Ralf Kubitza, Vorsitzender der RotFuchs-Regionalgruppe Königs Wusterhausen. Die RotFuchs-Singegruppe unterstützte die Veranstaltung. Sie gab vor allem Lieder aus dem Spanien-Krieg zum Besten, aus Anlass des 90. Jahrestags der Gründung der Internationalen Brigaden und des Thälmann-Bataillons.

Renkl unterstrich in seiner Rede die Unversöhnlichkeit Thälmanns mit Faschismus und Imperialismus sowie dessen Liebe zur Arbeiterklasse, der Klasse, in der die Zukunft der Menschheit schlummere. Es seien nicht Geflüchtete, die Wohnungsbau verhinderten, Menschen auf die Straße setzten oder Löhne kürzten – sondern Deutsche, die deutsche Regierung und das deutsche Kapital. Die Geflüchteten seien hingegen unsere Klassenschwestern und -brüder: Werktätige, die gezwungen seien, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Es gelte, der spalterischen Standort-Logik der Herrschenden proletarischen Internationalismus entgegen zu setzen.

Ralf Kubitza bekräftigte die Wichtigkeit der organisations- und parteienübergreifenden Zusammenarbeit gegen Aufrüstung und Krieg, Faschismus und Rassismus. Er skizzierte Thälmanns Lebensweg und die Bedeutung von Thälmanns Kämpfen für uns heute.

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