Nein zur “III. Weg”-Demonstration in Fulda!

Wir dokumentieren an dieser Stelle die Pressemitteilung des Bündnisses “Fulda stellt sich quer”.

Der geplante Protest der Fuldaer Zivilgesellschaft im Vorfeld zu der geplanten Demonstration der rechtsextremen Partei der III. Weg am 16.02.2019 in Fulda, hat Wirkung gezeigt. Etwas mehr als 80 Organisationen, Parteien, Gewerkschaften, Vereine und Gruppen sind dem Aufruf #wirsindmehr – wir sind Fulda gefolgt und beteiligen sich an den Protesten gegen den rechtsextremen Aufmarsch in Fulda.

Ab den Mittagsstunden werden Gruppen, Vereine, Gewerkschaften und
Einzelpersonen mit friedlicher Kreativität für ein weltoffenens
Fulda werben.

Nach dem geplanten Ablauf soll um 15.30 Uhr eine Auftaktkundgebung
stattfinden bevor um 16.00 Uhr die große Demonstration durch Fulda
geplant ist. Für 18.30 Uhr ist eine zentrale große
Abschlusskundgebung vorgesehen.

Breite Unterstützung erhält das Bündnis #wirsindmehr – wir
sind Fulda von der Künstlerszene, so werden am 16.02.2019 die
Songwriterin Cynthia Nickschas, die Band Blaufuchs aus Niedersachsen
und der Liedermacher Broder Braumüller, die Aktivitäten
unterstützen. Nach der Abschlusskundgebung wird es im Kulturkeller
ein kostenloses „After Demo Konzert“ mit Cynthia Nickschas und
Band geben. Das Fulda am 16.02.2019 nicht alleine steht zeigt die
Solidarität von anderen Organisationen. Es haben sich Gruppen,
Gewerkschaften und Vereine aus dem ganzen Bundesgebiet und Hessen
angemeldet. Die Veranstalter rechnen bei der Demonstration mit einer
Teilnehmerzahl von über 2.000 Menschen.

Mit bunter Kreativität, die die Vielfalt von Fulda zeigt, will
sich das Bündnis #wirsindmehr – wir sind Fulda den
Geschichtsrevisionismus vom III.Weg entgegenstellen.Auf das schärfste
verurteilt das Bündnis die „Kindererziehung und
Instrumentalisierung von Minderjährigen beim „III. Weg“. Im
sächsischen Plauen hat der III. Weg Selbstverteidigungskurse für
Kinder angeboten. Auf Bildern, die später im Internet veröffentlicht
wurden, sind mindestens acht Minderjährige zu erkennen. Sie zeigen
die Teilnehmer, wie sie Sportübungen ausführen und
Selbstverteidigungstechniken einüben – angeleitet durch
Funktionäre des III. Weg, die T-Shirts mit Parteilogos tragen. Nach
Abschluss des Trainings erhielten die Kinder dann sogar
„wohlverdiente Sporthemden“, heißt es stolz auf der Website der
Gruppierung. Als Motiv bilden sie einen martialischen Wolf auf beigem
Hintergrund ab, umgeben von einem Lorbeerkranz in der dunkelgrünen
Parteifarbe. Solche Aktionen sind im Angebot der militanten Neonazis
längst keine Ausnahme mehr. Neben den Selbstverteidigungskursen für
Kinder, die seit März 2018 mindestens vier Mal stattgefunden haben,
bietet „Der III. Weg“ in Plauen neuerdings auch einen eigenen
Jugendtreff an. Dabei wurde am 23. November eine „informative
Gesprächsrunde“ veranstaltet, behauptet die Partei. Gesprochen
wurde unter anderem über „neue Termine“ und über „Vorschläge
für Aktivitäten“. Zudem führten die Neonazis ihren Gästen eine
Dokumentation zum Thema „Fast Food“ vor, gefolgt vom Vortrag
eines „gelernten Kochs“, der angeblich über gesundes Essen auf
der Arbeit und in der Schule referierte.

Hinzu kamen über das Jahr verteilt weitere Einzelaktionen im
Parteibüro, darunter ein „Kinderfest“ am 2. Juni vergangenen
Jahres oder eine Geschenkaktion am 8. Dezember. Die begleitenden
Impressionen zeigen die Neonazis jeweils genauso, wie es ihrem
Selbstbild entspricht: Als Kümmerer, die mit Kindern Hausaufgaben
machen, gemütlich beisammensitzen oder gemeinsam Kicker spielen und
die Kinder Kinder mit Geschichtsrevisionismus instrumentalisieren.
Auch bei der Propagierung seiner Ziele knüpft der III. Weg an das
Dritten Reich an. So zeigt die Partei auf Plakaten bei öffentlichen
Versammlungen beispielsweise recht häufig die Parole: „Arbeit
Adelt“. Dies war der Leitspruch des nationalsozialistischen
„Reichsarbeitsdienstes“ (RAD). Als Abgrenzung zur NSDAP unter
Hitler erscheint hingegen die Forderung nach einem „Deutschen
Sozialismus“. Dieser soll als „dritter Weg“ eine Alternative zu
„Kapitalismus“ und „Kommunismus“ darstellen. Dabei wird an
nationalrevolutionäre Ideologiefragmente des ehemaligen
Strasser-Flügels der NSDAP angeknüpft, was sich auch in dem mit
„national“, „revolutionär“ und „sozialistisch“
überschriebenen Selbstverständnis widerspiegelt. In einem auf
Homepage vom III. Weg verbreiteten Aufruf wird Fulda neben Dresden
als Opfer „des alliierten Bombenterrors“ bezeichnet. Schon seit
Jahrzehnten instrumentalisieren unterschiedliche rechtsextreme
Gruppen die Menschen, die bei den alliierten Bombardements gegen das
NS-Regime gestorben sind. Sie wollen damit von den Verbrechen des
NS-Regimes ablenken und die Deutschen als die wahren Opfer
hinstellen. Besonders Dresden steht seit Anfang der 1990er Jahre im
Zentrum dieses rechten Opfermythos‘. Auch in Städten wie Rostock,
Hamburg oder Magdeburg haben extrem rechte Gruppen in der
Vergangenheit immer wieder zu Jahrestagen der Bombenangriffe durch
die Alliierten Kundgebungen und Demonstrationen angemeldet.

Das Bündnis #wirsindmehr – wir sind Fulda verurteilt diesen
Geschichtsrevisionismus auf das Schärfste.

Andreas Goerke, Vorsitzender von Fulda stellt sich quer: „Der
Naziaufmarsch vom III.Weg in Fulda, stellt eine unerträgliche
Verhöhnung der Opfer der Shoah, der Widerstandskämpfer und der
Opfer des Faschismus dar. Mit unserem lauten, bunten und vielfältigen
Aktionen werden wir zeigen, dass sich viele Menschen in Fulda
Antisemitismus, Rassismus und rechter Hetze entgegenstellen.“

Der III. Weg will mit seiner Demonstration davon ablenken, dass
Deutschland seine Nachbarn angegriffen und mit Krieg, Besatzung und
Elend überzogen hat. Sie wollen davon ablenken, dass die Vernichtung
der Juden von den Nationalsozialisten geplant und gezielt
durchgeführt wurde. Dagegen wehren wir uns und rufen dazu auf, sich
an der Gegendemonstration und großen Kundgebung zu beteiligen zu
beteiligen,“ so Goerke weiter.

Wir wollen keinen braunen Spuck und keine neofaschistische
Geschichtsverfälschung in unserer Stadt, deshalb rufen wir alle
Bürgerinnen und Bürger zum friedlichen Widerstand gegen die
neofaschistische Partei der III. Weg auf – Nie wieder Krieg, nie
wieder Faschismus so die gemeinsame Losung aller Unterstützer.

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