Solidarität im Düsseldorfer Flughafen

Reinigungskräfte kämpfen weiter

Von Uwe Koopmann

Der Kampf um die 168 Arbeitsplätze der Reinigungskräfte am Düsseldorfer Flughafen wurde fortgesetzt, denn es gibt immer noch keine Übernahmezusicherung durch die Dr. Sasse AG aus München. Erstmals konnte die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU) in der Abflughalle des drittgrößten deutschen Flughafens mit einem Informationsstand auf den Arbeitskampf aufmerksam machen. Die DKP engagierte sich solidarisch an der Seite der Gewerkschafter.

Die Firma Klüh Cleaning GmbH hatte bisher den Auftrag der Flughafen GmbH, die Halle des Flughafens blitzblank zu halten. In der Eigenwerbung heißt es: „Langjährige Kundenbeziehungen stehen dabei für eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Trotz dieses Hinweises bekam Klüh nach einer Neuausschreibung keine Vertragsverlängerung von der Flughafen GmbH.

Klüh Cleaning ist eine Tochter der Klüh AG mit Sitz ebenfalls in Düsseldorf. Aufgabenbereiche sind Reinigung, Catering, Security und Personalservices – und das international. In diesem Feld generiert auch die Sasse AG ihren Profit und ist ebenfalls international ausgerichtet mit Dienstleistungen in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Katar und Jordanien.

In Düsseldorf wird ein differenzierter Einstieg vorbereitet, denn es sind Arbeitsplätze für 13 verschiedene Bereiche ausgeschrieben – unter anderem für Reinigungskräfte, Hausmeister, Gebäudereiniger.

Da es über die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen unter der Regie von Klüh keine Kritik gab, gehen Beobachter davon aus, dass der Auftragswechsel von Klüh an Sasse dadurch zu erklären ist, dass Sasse „billiger“ ist. Die Beschäftigten fürchten, dass es letztlich um niedrigere Löhne geht, durch die Sasse sich den Vorteil verschafft hat.

Mit einer Delegation machte die IG BAU Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel auf die bedrohten Arbeitsplätze aufmerksam. Geisel ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH, die 50 % hält. Die andere Hälfte liegt bei der Airport Partners GmbH, deren größter Teil (40 %) bei der staatlichen Aer Rianta aus Irland liegt.

Geisel wurde aufgefordert, sich für den Erhalt der Arbeitsplätze einzusetzen; er sicherte entsprechende Bemühungen bei der Geschäftsführung zu. Die Beschäftigten erwarten verbindlichere Zusagen. Zum Teil haben sie über 20 Jahre bei Klüh gearbeitet. Ihre Arbeitsplätze wollen sie auf alle Fälle behalten – ob bei Klüh oder Sasse.

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"Reinigungskräfte kämpfen weiter", UZ vom 27. Oktober 2017



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