Schlussverkauf bei Zara

Beschäftigte verunsichern und keine adäquaten Ersatzarbeitsplätze anbieten, um langjährige Mitarbeiter loszuwerden und so Kosten zu sparen – das scheint aktuell das Motto bei der Textilmodekette Zara zu sein. Bundesweit plant Zara derzeit fünf Filialschließungen, betroffen sind insgesamt rund 180 Beschäftigte.

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di soll die Kölner Filiale Hohe Straße zum 31. Juli geschlossen werden. Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan laufen. In der Filiale arbeiten rund 55 Beschäftigte. Für die Kölner Filiale Ehrenstraße hat Zara die Schließung bekannt gegeben, ein genauer Zeitpunkt steht jedoch noch nicht fest. In der Filiale arbeiten rund 23 Beschäftigte. Ein Rückzug von Zara aus Köln ist damit nicht verbunden. In der Schildergasse wird Mitte Mai die größte Zara-Filiale Deutschlands entstehen.

„Zara will diese Beschäftigten offensichtlich loswerden, um Personalkosten zu sparen. Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Mütter, sollen trotz ihrer Bereitschaft, in der neuen Filiale in der Schildergasse anzufangen, dort keinen gleichwertigen Arbeitsplatz erhalten. Stattdessen bietet man ihnen unzulängliche Abfindungen oder Arbeitsplätze an, die weit entfernt sind, und noch dazu Verträge mit reduzierter Stundenzahl. Dahinter steckt das Kalkül, Personalkosten zu drücken, in dem man langjährige, erfahrene Beschäftigte mit besseren Verträgen oder scheinbar unbequeme Beschäftigte faktisch vor die Tür setzt“, sagte Cosimo-Damiano Quinto, Gewerkschaftssekretär bei ver.di. In der neuen Filiale in Köln werde laut Quinto kein einziger Vollzeitarbeitsplatz mehr angeboten.

In Chemnitz schließt die Filiale in der Straße der Nationen in der ersten Jahreshälfte 2016. Vor Ort existiert kein Betriebsrat, damit auch kein Ansprechpartner für Interessenausgleich- und Sozialplanverhandlungen. In der Filiale arbeiten rund 30 Beschäftigte.

In Hamburg Altona soll die Filiale Ottenser Hauptstraße und in Berlin die Filiale in den Potsdamer Platz Arkaden geschlossen werden.

Zara-Besitzer Amancio Ortega gehört nach ver.di-Angaben mit einem Vermögen von geschätzt rund 63 Milliarden US-Dollar zu den reichsten Männern der Welt.

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"Schlussverkauf bei Zara", UZ vom 19. Februar 2016



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