Zu „Zuspitzung im Donbass“, UZ vom 9. April

Wie der Mainstream

Volker Wirth, Berlin

Es ist besorgniserregend, dass auch ihr nun – wie der „Mainstream“ – in der Überschrift von einer „Zuspitzung im Donbass“ schreibt, während doch Renate Koppe im Text sehr gut „Ross und Reiter“ nennt. Russland und die beiden Volksrepubliken haben kein Interesse an einer Zuspitzung.

Leider haben sich der Krieg in Transkaukasien um Bergkarabach im Oktober 2020 und die offenkundigen militärischen Erfolge des Einsatzes bewaffneter Drohnen türkischer Herkunft durch Aserbaidschan „belebend“ auf alle Arten von Eroberungsphantasien in Kiew ausgewirkt. Die USA gießen eher noch Öl ins Feuer. In Erinnerung ist immer noch die „Operation Oluja“ (Sturm), als die kroatische Armee mit US- beziehungsweise NATO-Unterstützung die Serbenrepublik der Krajina um die Gebirgsstadt Knin „zurückeroberte“, viele Milizionäre und Zivilisten tötete oder verwundete – und so rund 200.000 serbische Einwohner zur Flucht zwang. Serbien unter Präsident Milosevic konnte nichts tun. Sechs Jahre später wurde er, politisch geschwächt, durch eine Putsch-Attacke der NATO-geführten „studentischen“ Organisation „Otpor“ beseitigt.

Putin wird das nicht passieren. Das macht die Situation so brisant. Klar, dass die Minderheitenrechte der Russen des Donbass den Westen heute nicht die Bohne interessieren – ganz anders als 1998/99 die der Kosovo-Albaner, als es der NATO bei ihrem terroristischen Luftkrieg gegen Serbien im Grunde bereits um die Ausschaltung Milosevics ging.

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"Wie der Mainstream", UZ vom 30. April 2021



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