AfD will regieren

Gut zwei Monate vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat die AfD auf ihrem Bundesparteitag in Erfurt demonstrative Geschlossenheit gezeigt. Die bisherigen Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla wurden wiedergewählt – Weidel mit 81,3 Prozent, mehr als auf dem letzten Parteitag. Chrupalla schnitt mit 70 Prozent deutlich schlechter ab. Die Delegierten vermieden einen offenen Richtungsstreit über die Aufnahme ehemaliger Mitglieder rechtsextremer Organisationen. Eine Gruppe um Björn Höcke hatte beantragt, die Regeln dazu deutlich zu vereinfachen. Weidel kündigte an, der AfD-Bundesvorstand werde die bisherige „Unvereinbarkeitsliste“ überarbeiten. Die Parteiführung formulierte als zentralen Anspruch, nach den Landtagswahlen erstmals ein Bundesland zu regieren.

Mehrere Bündnisse hatten zu Demonstrationen und Blockaden gegen den AfD-Parteitag mobilisiert. Dem Bündnis „Widersetzen“ zufolge nahmen insgesamt 50.000 Menschen an den Protesten teil. Das Bündnis zog positive Bilanz: Es seien die „größten Blockaden, die wir je auf die Beine gestellt haben“ gewesen. Ein „überzogenes Polizeiaufgebot“ und „rechtswidrige Demoverbotszonen“ hätten der AfD den Weg freigemacht, kritisierte „Widersetzen“. Die meisten der Delegierten wurden früh morgens in von der Polizei eskortierten Bussen zum Tagungsort gefahren.

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"AfD will regieren", UZ vom 10. Juli 2026



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