Internationale und nationale Stimmen zum US-Überfall auf Venezuela

„Krimineller Piratenakt“

Der völkerrechtswidrige militärische Überfall der US-Regierung auf Venezuela empört Menschen, Organisationen und Regierungen auf der ganzen Welt. Wir dokumentieren hier ausgewählte Stimmen dazu: Der kubanischen Regierung, eine gemeinsame Erklärung der Regierungen Brasiliens, Chiles, Kolumbiens, Mexikos, Uruguays und Spaniens; der Afrikanischen Union (AU), der Fédération Internationale des Résistants (FIR), der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF), der SDAJ sowie des Deutschen Freidenker-Verbands.

Erklärung der Republik Kuba

Die Revolutionäre Regierung verurteilt aufs Schärfste die militärische Aggression der USA gegen Venezuela und bekräftigt gleichzeitig kategorisch die uneingeschränkte Unterstützung und Solidarität Kubas mit dem Bruderland Venezuela und seiner Regierung. Sie unterstützt die Erklärung der Exekutivvizepräsidentin, Genossin Delcy Rodríguez, und bekräftigt deren Forderung, dass die Regierung der Vereinigten Staaten einen Lebensnachweis des verfassungsmäßigen Präsidenten Nicolás Maduro Moros und der Genossin Cilia Flores erbringt, sowie die Entschlossenheit der bolivarischen und chavistischen Regierung und ihres Volkes, die Aggression zurückzuweisen und ihre Unabhängigkeit und Souveränität zu verteidigen.

Die feige Aggression der Vereinigten Staaten ist ein krimineller Akt, der gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen verstößt. Sie stellt eine gefährliche Eskalation der seit Jahren von den USA gegen diese Schwesternation geführten Kriegskampagne dar, die sich seit September 2025 mit der aggressiven Entsendung von Kriegsschiffen in die Karibik unter falschen Vorwänden und unbegründeten Anschuldigungen ohne jegliche Beweise verschärft hat.

Kuba fordert nachdrücklich die sofortige Freilassung von Präsident Nicolás Maduro Moros und seiner Frau Cilia Flores durch die US-Behörden.

Es handelt sich um eine unverhüllte imperialistische und faschistische Aggression mit dem Ziel der Herrschaft, die darauf abzielt, die in der Monroe-Doktrin verankerten hegemonialen Ambitionen der USA gegenüber unserem Amerika wiederzubeleben und uneingeschränkten Zugang und Kontrolle über die natürlichen Reichtümer Venezuelas und der Region zu erlangen. Außerdem soll damit versucht werden, die Regierungen Lateinamerikas und der Karibik einzuschüchtern und zu unterwerfen.

Die Folgen dieses unverantwortlichen Vorgehens bleiben abzuwarten. Die Regierung der USA, Präsident Donald Trump und sein Außenminister sowie die aggressiven Elemente und Feinde Lateinamerikas und der Karibik, die in diesem Land so viel politischen Einfluss erlangt haben, tragen die volle Verantwortung für die Todesfälle und die bereits verursachten menschlichen und materiellen Schäden sowie für alle weiteren Folgen dieser Aggression.

Die Regierungen der Region haben im Januar 2014 in Havanna im Namen ihrer Völker einstimmig die Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Zone des Friedens unterzeichnet, ein Ziel, das heute durch die USA angegriffen wird.

Die internationale Gemeinschaft darf nicht zulassen, dass eine Aggression dieser Art und Schwere gegen einen UN-Mitgliedstaat ungestraft bleibt, dass der rechtmäßige und amtierende Präsident eines souveränen Landes durch eine Militäroperation entführt wird, ohne dass dies Konsequenzen hat. Venezuela ist ein friedliches Land, das weder die Vereinigten Staaten noch irgendeine andere Nation angegriffen hat.

Für dieses Schwesternation und ihr Volk sind wir bereit, wie für Kuba sogar unser eigenes Blut zu geben.

Die Revolutionäre Regierung ruft alle Regierungen, Parlamente, sozialen Bewegungen und Völker der Welt dazu auf, die militärische Aggression der USA gegen Venezuela zu verurteilen und sich diesem Akt des Staatsterrorismus entgegenzustellen, der den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit bedroht und eine neue Doktrin der Vorherrschaft des US-Imperialismus in der Welt und insbesondere in Lateinamerika und der Karibik durchsetzen will.

Alle Nationen der Region müssen wachsam sein, denn die Bedrohung hängt über allen. In Kuba ist unsere Entschlossenheit zu kämpfen fest und unerschütterlich. Es gibt nur eine Entscheidung: Vaterland oder Tod.

Wir werden siegen!

Gemeinsame Erklärung Brasiliens, Chiles, Kolumbiens, Mexikos, Uruguays und Spaniens zu den Ereignissen in Venezuela

Die Regierungen Brasiliens, Chiles, Kolumbiens, Mexikos, Uruguays und Spaniens, angesichts der Schwere der Ereignisse in Venezuela und unter Bekräftigung ihres Bekenntnisses zu den in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätzen, bringen gemeinsam folgende Standpunkte zum Ausdruck:

1. Wir bringen unsere tiefe Besorgnis zum Ausdruck und lehnen die einseitig durchgeführten militärischen Aktionen auf venezolanischem Territorium entschieden ab. Diese Aktionen verstoßen gegen grundlegende Prinzipien des Völkerrechts, insbesondere gegen das Verbot der Androhung oder Anwendung von Gewalt und die Achtung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Staaten, wie sie in der Charta der Vereinten Nationen verankert sind. Sie stellen einen äußerst gefährlichen Präzedenzfall für den Frieden und die regionale Sicherheit dar und gefährden die Zivilbevölkerung.

2. Wir bekräftigen, dass die Situation in Venezuela ausschließlich mit friedlichen Mitteln, durch Dialog, Verhandlungen und unter Achtung des Willens des venezolanischen Volkes in all seinen Ausdrucksformen, ohne Einmischung von außen und im Einklang mit dem Völkerrecht gelöst werden muss. Wir bekräftigen, dass nur ein inklusiver politischer Prozess unter der Führung der Venezolaner zu einer demokratischen, nachhaltigen Lösung führen kann, die die Menschenwürde achtet.

3. Wir bekräftigen den Status Lateinamerikas und der Karibik als Zone des Friedens, die auf gegenseitigem Respekt, der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten und Nichteinmischung beruht. Wir rufen zu regionaler Einheit über politische Differenzen hinweg auf, um jeder Handlung entgegenzutreten, die die regionale Stabilität gefährdet. Wir fordern außerdem den Generalsekretär der Vereinten Nationen und die Mitgliedstaaten der einschlägigen multilateralen Mechanismen nachdrücklich auf, ihre guten Dienste einzusetzen, um zur Deeskalation der Spannungen und zur Wahrung des regionalen Friedens beizutragen.

4. Wir bringen unsere Besorgnis über alle Versuche staatlicher Kontrolle, Verwaltung oder externer Aneignung natürlicher oder strategischer Ressourcen zum Ausdruck, die mit dem Völkerrecht unvereinbar wären und die politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität der Region gefährden würden.

Kommunique der Afrikanischen Union

Die Afrikanische Union verfolgt mit großer Besorgnis die jüngsten Entwicklungen in der Bolivarischen Republik Venezuela, darunter Berichte über die Entführung des Präsidenten der Republik, Nicolás Maduro, und militärische Angriffe auf venezolanische Institutionen.

Die Afrikanische Union bekräftigt ihr unerschütterliches Bekenntnis zu den Grundprinzipien des Völkerrechts, einschließlich der Achtung der Souveränität der Staaten, ihrer territorialen Integrität und des Rechts der Völker auf Selbstbestimmung, wie sie in der Charta der Vereinten Nationen verankert sind.

Die Afrikanische Union unterstreicht die Bedeutung des Dialogs, der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten und der Achtung der verfassungsrechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen im Geiste der guten Nachbarschaft, der Zusammenarbeit und der friedlichen Koexistenz zwischen den Nationen.

Die Afrikanische Union betont, dass die komplexen internen Herausforderungen, denen Venezuela gegenübersteht, nur durch einen inklusiven politischen Dialog zwischen den Venezolanern selbst nachhaltig bewältigt werden können.

Die Afrikanische Union bekundet ihre Solidarität mit dem venezolanischen Volk und bekräftigt ihr Engagement für die Förderung von Frieden, Stabilität und gegenseitigem Respekt zwischen den Nationen und Regionen.

Die Afrikanische Union ruft alle betroffenen Parteien dazu auf, Zurückhaltung und Verantwortungsbewusstsein zu üben und das Völkerrecht zu achten, um eine Eskalation zu verhindern und den Frieden und die Stabilität in der Region zu wahren.

Erklärung der Fédération Internationale des Résistants (FIR)

Der selbst erklärte „Friedenspräsident“ Donald Trump zeigt mit dem amerikanischen Bombenangriff auf die venezolanische Hauptstadt Caracas, was von seiner Friedensrhetorik in aller Welt zu halten ist. Im Gaza-Krieg vermittelte er einen „Deal“, der für die Palästinenser bis heute nur das Ende der militärischen Übergriffe bedeutet, aber keine Friedensperspektive bietet. Der Ukraine-Plan zeigt vor allem, dass die amerikanische Politik diesen Krieg als „europäische Angelegenheit“ betrachtet. Da die westeuropäischen Regierungen dieser Perspektive nicht folgen wollen, werden ernsthafte diplomatische Schritte für eine Verhandlungslösung konterkariert – zu Lasten der Menschen in der Kriegsregion. Wo die amerikanische Politik jedoch ihre Interessen bedroht sieht, wird ungeachtet des Völkerrechts mit militärischen Schritten reagiert. Kurz vor Weihnachten ordnete der US-Präsident einen Militäreinsatz in Nigeria an, um eine angebliche „Christenverfolgung“ zu stoppen. Gegen die Iranische Republik kündigte er Militärschläge an, falls die derzeitige Protestbewegung mit staatlicher Gewalt niedergeworfen werden würde. Und wenn es um den amerikanischen „Hinterhof“ geht, nämlich die Karibik, dann existieren für die US-Administration keine internationalen Regeln, sondern allein amerikanische Selbstherrlichkeit.

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo forderte bereits am 17. Dezember 2025: „Unabhängig von den Meinungen über die Regierung in Venezuela, über die Präsidentschaft von Maduro, … Nein zu Interventionen, Nein zu ausländischer Einmischung, (sondern eine) gewaltfreie Lösung von Konflikten und Dialog für den Frieden“.

Diese Warnung sprach sie aus, da die US-Marine seit September 2025 – vorgeblich im Kampf gegen Drogenschmuggler – in internationalen Gewässern Boote nicht aufbringt, sondern gezielt versenkt, so dass bis jetzt weit über 100 Menschen getötet wurden – unabhängig davon, ob auf diesen Booten Schmuggelgut transportiert wurde oder nicht. Der letzte dieser Angriffe erfolgte kurz nach Weihnachten. Zynisch erklärte die US-Marine, nach der Zerstörung der Boote habe man die Küstenwache informiert, um mögliche Überlebende zu „retten“.

Dass diese Gewaltmaßnahmen nichts mit Drogenschmuggel zu tun haben, zeigt die Kaperung eines venezolanischen Öltankers, der auf dem Weg nach Kuba war. Da diese Lieferung ein „Verstoß“ gegen die einseitig von der US-Regierung gegen Kuba erklärten Sanktionen gewesen sei (die seit vielen Jahren mit überwältigender Mehrheit von der UN-Generalversammlung verurteilt werden) und es sich eigentlich um US-amerikanisches Öl handele, das von der venezolanischen Regierung „gestohlen“ worden sei. Erfreulicherweise wurde dieses völkerrechtswidrige Vorgehen der US-Regierung im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen von der Mehrheit verurteilt. Es war peinlich, zu erleben, wie sich die Staaten der Europäischen Union verweigerten, eine klare Durchsetzung des internationalen Seerechtes zu fordern.

Jetzt wurde die Eskalation fortgesetzt, indem die US-Luftwaffe völkerrechtswidrig die venezolanische Hauptstadt Caracas bombardierte. Staatschef Nicolás Maduro rief daraufhin den Ausnahmezustand aus. Die gesellschaftlichen und politischen Kräfte des Landes wurden aufgerufen, die Selbstverteidigung ‌zu aktivieren. Aus dem Umfeld des US-Präsidenten verlautete, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, man habe militärische Anlagen angegriffen, als wenn das eine Legitimation dieses Angriffskrieges darstellen würde. Das militärische Vorgehen ist durch keinerlei Maßnahmen der venezolanischen Regierung legitimierbar, außer, man betrachtet es als Kriegsgrund, wenn eine gewählte Regierung sich nicht dem Diktat des „Weltpolizisten“ unterwerfen will.

Das Kalkül der US-Politik ist brutal einfach: Durch Sanktionen und militärische Eskalation den Sturz der Maduro-Regierung zu erreichen. Das ist seit sechs Jahrzehnten das Kalkül hinter der US-Politik gegenüber Kuba – und es ist gescheitert. Wirtschaftliche Strangulierung bringt keine Demokratie, sondern nur Leid für die Bevölkerung. Und nach einem Sturz der Regierung Maduro wäre nicht „Freiheit“, sondern möglicherweise ein langwieriger Bürgerkrieg, der das Land und die Region für Jahrzehnte verwüsten würde, zu erwarten.

Die FIR fordert die politischen Kräfte auch in Europa auf, sich mit deutlichen politischen Signalen gegen dieses völkerrechtswidrige Vorgehen der US-amerikanischen Regierung zu Wort zu melden und im Sinne der mexikanischen Präsidentin für eine nichtmilitärische Konfliktlösung einzutreten.

Erklärung der KPRF

Die Welt wurde erneut Zeuge eines ungeheuerlichen Aktes imperialistischer Aggression. In den frühen Morgenstunden des 3. Januar 2026 flog die US-Luftwaffe massive Angriffe auf Caracas und andere Zentren Venezuelas. Unter Beschuss gerieten die Residenz des Präsidenten, das Gebäude der Nationalversammlung, das Mausoleum von Hugo Chávez, militärische Einrichtungen und Verkehrsknotenpunkte. Diese barbarische Aktion hat Todesopfer gefordert, darunter auch Frauen und Kinder. Zu den Zielen solcher Angriffe gehört es, die Nation zu demoralisieren und ihren Widerstandswillen zu brechen.

Das Ausmaß der Zerstörung und die Zahl der Opfer müssen noch ermittelt werden. Schon jetzt ist völlig klar: Das Trump-Regime ist zu allem bereit, um die unliebsame Regierung eines unabhängigen Staates zu stürzen. Die lange Liste der Gräueltaten der Imperialisten wurde um ein weiteres blutiges Verbrechen ergänzt. Die herrschenden Kreise der USA haben der Welt erneut ihr wahres Wesen gezeigt. Es wurde ein bewaffneter Angriff auf ein Land verübt, dessen Regierung es gewagt hat, einen unabhängigen Entwicklungsweg zu beschreiten, die natürlichen Ressourcen für die soziale Entwicklung zu nutzen und eine Politik im Interesse der Werktätigen zu betreiben.

Der nächtliche Luftangriff auf das Territorium eines souveränen Staates war ein grober Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen und die Normen des Völkerrechts. Es handelt sich um einen offensichtlichen Akt des Staatsterrorismus, der auf den Sturz der rechtmäßigen Regierung und die gewaltsame Errichtung eines Marionettenregimes abzielt. Solche Aktionen können durch nichts gerechtfertigt werden.

Es handelt sich um ein völlig neues, blutiges Verbrechen gegen Frieden und Sicherheit. Es setzt die seit Jahrzehnten andauernden Gräueltaten der imperialen Politik der USA fort. Die Kriege in Vietnam und Korea, die Versuche einer Invasion Kubas, der blutige Umsturz in Chile, die Tragödien in Jugoslawien, im Irak, Libyen, Afghanistan und Syrien – hinter all diesen Aktionen zur „Herstellung der Ordnung“ stehen Millionen von Opfern – ausgeraubte, zu Flüchtlingen gewordene, verstümmelte und getötete Menschen.

Gerade die USA tragen die Hauptschuld für die Entfachung des Krieges in der Ukraine. Es waren Washington und seine europäischen Satelliten, die den Bandera-Maidan angeheizt, die Nazi-Bataillone unterstützt, die legitime Regierung gestürzt und die verlogenen Minsker Vereinbarungen vorbereitet haben. Die Ukraine wurde aktiv mit Waffen vollgepumpt und in einen militärischen Konflikt mit Russland hineingezogen.

Die Imperialisten setzen ihre Handlungen fort, um ihre globale Hegemonie zu festigen. In ihrer Bewertung des Angriffs der USA auf Venezuela erklärte die EU-Außenbeauftragte Kallas, dass die Europäische Union „die Situation beständig verfolgt“ und dass Maduro „nicht über ausreichende Legitimität verfügt“. All dies ist ein offensichtlicher Versuch, Washington zu unterstützen und den kriminellen Charakter seiner aggressiven Handlungen zu verschleiern.

Seit einem Vierteljahrhundert – seit dem überzeugenden Wahlsieg von Hugo Chávez im Jahr 1998 – gibt Venezuela dem globalen Kapital und seinen Agenten keine Ruhe. Seit zwei Jahrhunderten ist das Weiße Haus daran gewöhnt, Lateinamerika als seinen „Hinterhof“ zu betrachten. Mit seinen Ideen des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ hat Caracas den Positionen der USA in der Region einen spürbaren Schlag versetzt. Die sozioökonomischen Reformen der linken Regierung im Interesse der Volksmassen waren Washington ein Dorn im Auge.

Der Versuch, die Entscheidung der Volksmassen zu unterdrücken, schlug fehl. Die Venezolaner widersetzten sich mutig der Wirtschaftsblockade, der finanziellen Aggression und dem Sanktionsterror von Seiten der USA. Ihr Kampf wurde nicht nur zur Verteidigung ihrer eigenen Heimat. Er verwandelte sich in die vorderste Linie des weltweiten antiimperialistischen Widerstands.

Das globale Kapital war auch darüber empört, dass andere dem Beispiel von Caracas folgten. In der vergangenen Zeit haben die Anhänger sozialistischer Umgestaltungen wichtige Siege errungen und neue Erfahrungen in der Staatsführung in Brasilien, Argentinien, Nicaragua, Bolivien, Ecuador und anderen Ländern gesammelt. Die Bolivarische Allianz ALBA vereinte die progressiven Regierungen der Region und forderte die ungleichen Bündnisse unter der Ägide Washingtons heraus.

Die USA hatten nicht die Absicht, Lateinamerika aus ihren gierigen Klauen zu entlassen. Sie setzten alles ein – Putschversuche, brutale Sanktionen, unverhohlene Unterstützung der rechten Opposition. Der Höhepunkt dieser Maßnahmen während der ersten Amtszeit von Trump war der Versuch seines Teams, seinen Handlanger Juan Guaidó zum Präsidenten Venezuelas zu erklären. Das Abenteuer scheiterte. Die Werktätigen wollten ihre Unabhängigkeit und sozialen Garantien nicht gegen die trügerischen Chimären der liberalen Demokratie eintauschen. Die Kollaborateure, die bereit waren, das Land fremden Interessen zu unterwerfen, wurden bloßgestellt.

Kaum wieder an der Macht, nahm Donald Trump seinen Angriff auf Caracas wieder auf. Die Hoffnungen, dass sich seine Regierung auf die Lösung der internen Probleme der USA konzentrieren würde, erwiesen sich als Illusionen. Das globale Kapital braucht neue internationale Abenteuer, um seine Hegemonie zu erhalten. Trump erfüllt, wie seine Vorgänger, fleißig die Aufträge der oligarchischen Kreise. Lateinamerika wird in dieser Politik besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA hat die Monroe-Doktrin wiederbelebt. Es wird verkündet, dass es in Lateinamerika außer Washington keine anderen globalen Akteure geben darf.

Die Eskalation des Konflikts begann vor einigen Monaten. Das Weiße Haus beschuldigte die venezolanische Führung grundlos, den Drogenhandel zu begünstigen. Auf dieser äußerst verlogenen Grundlage wurden Vorbereitungen für eine Aggression getroffen. Seit der „Panama-Krise“ von 1989 wurde eine sehr große Militärgruppierung in der Karibik aufgebaut. Die USA verschärften die Blockade gegen Venezuela und forderten dreist die Kapitulation der rechtmäßigen Regierung.

Wie schon zuvor scharte sich das venezolanische Volk um seine Führer. Es gelang nicht, lautstarke Proteste und einen Staatsstreich durch die Operettenopposition zu erreichen. Da es ihnen nicht gelang, eine weitere Farbenrevolution zu imitieren, gingen die imperialistischen Kreise zur offenen Intervention über.

Ein schreckliches Verbrechen ist die gewaltsame Entführung des Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela, Nicolás Maduro, und seiner Frau durch das US-Militär. Es handelt sich um einen Akt des internationalen Terrorismus, bei dem der Staatschef eines souveränen Staates und ein Mitglied seiner Familie von den Streitkräften einer fremden Macht entführt wurden.

Besonders beunruhigend sind Berichte über die Verbringung von Nicolás Maduro in die USA. Wir erinnern daran, dass jeder Anschlag auf das Leben und die Freiheit eines rechtmäßig gewählten Staatsoberhauptes nicht nur ein Verbrechen gegen eine bestimmte Person ist. Es handelt sich um eine Kriegshandlung gegen das gesamte Land, gegen die Grundsätze der Volksherrschaft, der Souveränität und des Völkerrechts selbst.

Die begangene Aggression geht weit über einen Angriff auf einen einzelnen Staat hinaus. Sie fordert die gesamte lateinamerikanische Region heraus. Es wird der Versuch unternommen, sie mit Gewalt in die Ära des Neokolonialismus zurückzuversetzen, als die USA den Völkern Marionettenregimes aufzwangen, ihnen genehme Abenteurer auf „Bananenthrone“ setzten und ihnen diktatorische Befugnisse verliehen. Die Politik von Donald Trump zielt direkt darauf ab, Lateinamerika um Jahrzehnte zurückzuwerfen, ihm seine Souveränität, seine sozialen Errungenschaften und seine historische Perspektive zu nehmen.

Das Zentralkomitee der KPRF verurteilt vorbehaltlos das erneute militärische Abenteuer der USA gegen einen unabhängigen Staat. Wir bekunden unsere tiefe Solidarität mit dem brüderlichen Volk Venezuelas, mit seinem Kampf für Unabhängigkeit und seinem Streben nach einer sozial gerechten Gesellschaft. Die kriminellen Handlungen des amerikanischen Militärs sind und können nicht zu rechtfertigen sein!

Wir fordern die sofortige und bedingungslose Beendigung der aggressiven Handlungen Washingtons gegenüber einem unabhängigen Staat. Wir unterstreichen insbesondere: Die volle Verantwortung für das Leben und die Gesundheit von Nicolás Maduro und seiner Frau liegt bei der Führung der Vereinigten Staaten. Der Präsident Venezuelas muss ohne jede Bedingung nach Caracas zurückgebracht werden, damit er seine Aufgaben als Staatsoberhaupt wahrnehmen kann.

Wir sind überzeugt, dass die Regierung und alle politischen Kräfte Russlands von der Notwendigkeit ausgehen müssen, Washington zur Beendigung seiner imperialistischen Aggression zu bewegen. Es ist an der Zeit, dass alle erkennen: Jegliche Illusion über die Vorzüge der derzeitigen US-Regierung gegenüber den „globalistischen Demokraten“ sind nicht nur leer, sondern auch gefährlich.

Wir rufen die BRICS-Staaten und alle Länder, die sich für eine multipolare Welt einsetzen, dazu auf, dringend gemeinsame Maßnahmen zum Schutz des Völkerrechts zu ergreifen. Wir halten es für notwendig, die Frage unverzüglich im UN-Sicherheitsrat zu erörtern. Es wird immer dringlicher, kollektive Sicherheitssysteme zu schaffen und zu stärken, die in der Lage sind, dem NATO-Block und allen Anwärtern auf eine weltweite Hegemonie entgegenzutreten.

Wir rufen die fortschrittlichen Kräfte der Welt dazu auf, sich zu vereinen, um der Invasion Venezuelas entgegenzutreten. Alle Gegner des Imperialismus, Werktätige, Kommunisten und Patrioten sind aufgerufen, eine Einheitsfront gegen die neue Welle militaristischer Aktionen der USA zu bilden. Wir appellieren an die linken Parteien und Bewegungen, Gewerkschaften, gesellschaftlichen Organisationen und alle ehrlichen Menschen auf der Welt, eine breite Kampagne der internationalen Solidarität mit dem venezolanischen Volk zu starten.

Der Kern des Geschehens ist offensichtlich. Dahinter stehen die Interessen des Finanzkapitals und des militärisch-industriellen Komplexes der USA. Sie sind bestrebt, die Kontrolle über die reichsten natürlichen Ressourcen Lateinamerikas zu erlangen. Wir haben es mit einer kapitalistischen Klasse zu tun, die trotz aller internen Meinungsverschiedenheiten in einem Punkt einig ist: in ihrem Bestreben, die Weltherrschaft zu bewahren und jeden Anflug von Unabhängigkeit zu unterdrücken.

Der Imperialismus bleibt die größte Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit der Menschheit. Die Aggression gegen Venezuela ist ein gesetzmäßiges Glied in der Kette der Aktionen der Neokolonialisten. Solche Aktionen schweigend hinzunehmen, würde bedeuten, einen noch aggressiveren, bösartigeren Imperialismus zu bekommen, der sich seiner Straffreiheit sicher ist. Nur ein gemeinsamer Kampf der Völker gegen die Diktatur des Kapitals, für den Sozialismus und für echte Volksherrschaft kann den Weg zu neuen Kriegen, Interventionen und Zerstörungen aufhalten.

Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation fordert

  • die bedingungslose Beendigung der militärischen Aggression der USA gegen die Bolivarische Republik Venezuela,
  • die sofortige Freilassung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Ehefrau,
  • die vollständige Beendigung jeglicher Einmischung von außen in die inneren Angelegenheiten Venezuelas,
  • eine internationale Untersuchung der kriminellen Handlungen der USA und die strafrechtliche Verfolgung der Schuldigen,
  • eine prinzipielle Haltung und aktive Rolle aller Staaten der Welt beim Schutz der Souveränität Venezuelas.

Es leben die Errungenschaften der Bolivarischen Revolution und das Erbe von Hugo Chávez!
Schande über den Imperialismus der USA und seine Satelliten!
Es lebe das freie und souveräne Venezuela!

Erklärung der SDAJ

Die USA haben heute Morgen mit ihren großangelegten völkerrechtswidrigen Angriffen auf Venezuela begonnen. In der Hauptstadt und drei weiteren Gebieten kam es zu Explosionen, und Kampfhubschrauber flogen über die Städte. Dabei wurde der venezolanische Präsident Maduro mit seiner Familie als Geiseln genommen und in die USA verschleppt!

Diese Bilder schließen sich den US-amerikanischen Eskalationen der letzten Wochen an: Öltanker wurden beschlagnahmt, Schiffe und ein Hafen bombardiert sowie mit dem offenen Krieg gedroht. Ganz offen spricht die US-Regierung dabei darüber, dass sie einen Regime Change anstrebt und sich die venezolanischen Ölreserven sichern wird. Was seit Jahren mit Sanktionen und Putschversuchen nicht erreicht wurde, soll nun also mit Bomben und Leichen umgesetzt werden.

Es geht dabei um nichts anderes, als die eigene Macht in Südamerika zu sichern, sie auszubauen und sich Zugriff auf Ressourcen zu sichern. Erneut sehen wir, dass Bomben und Schüsse nicht für Demokratie und Menschenrechte stehen, sondern für die Sicherung von Profit und den eigenen Platz in der Welt. Die Angriffe gegen Venezuela reihen sich ein in die aggressive Außenpolitik und offenen Drohungen des US-Imperialismus gegenüber fortschrittlichen Regierungen in Südamerika, allem voran dem sozialistischen Kuba.

Die Angriffe auf Öltanker treffen auch die ohnehin schon von der völkerrechtswidrigen Blockade schwer getroffene kubanische Wirtschaft. Die deutsche Regierung schweigt bislang zu den Angriffen von heute Morgen und der letzten Wochen. Das ist kein Wunder, denn die Stärkung der Position der NATO-Staaten auf der Welt ist klar im Interesse der deutschen Banken und Konzerne. Deswegen sprach Merz letztes Jahr davon, dass die USA die „Drecksarbeit für uns alle“ mit den Bombardierungen auf Iran erledigten.

Deswegen erleben wir, wie mit Aufrüstung und Wehrpflicht ein großer Krieg vorbereitet wird.

Deswegen erleben wir jetzt, wie die deutsche Regierung damit den Krieg gegen Venezuela mitträgt – wie auch schon den Putschversuch in Venezuela im Jahr 2019.

Wir verurteilen die imperialistische Aggression der USA aufs Schärfste! Wir stehen solidarisch an der Seite des venezolanischen Volkes!

Wir rufen dazu auf, in den nächsten Tagen diese Solidarität mit Kundgebungen gegen die Angriffe auf die Straße zu tragen!

Erklärung des Deutschen Freidenker-Verbands

Der Deutsche Freidenker-Verband verurteilt den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA gegen das souveräne und freiheitsliebende Venezuela. Das Kidnapping des gewählten Präsidenten der Bolivarischen Republik, Nicolás Maduro, ist ein krimineller Piratenakt.

Der Einsatz brutaler militärischer Gewalt zum Zweck von „Regime Change“ und dem Raub nationaler Ressourcen ist ein Markenzeichen der US-Regimes, ob die Präsidenten Clinton, Bush, Obama, Biden oder Trump heißen. Ob als Kampf gegen Massenvernichtungswaffen, für Demokratie oder gegen Drogen deklariert – die stimulierende Droge all dieser Kriegsverbrecher heißt Öl. Auch die Fortsetzung ihrer Raubkriegspolitik wird die USA nicht vor dem Abstieg als hegemoniale Macht und dem Niedergang des Imperiums der Lügen bewahren.

Mit seinem Krieg gegen Venezuela dürfte Trump seinem ersehnten Friedensnobelpreis einen entscheidenden Schritt näherkommen. Nach dem Preis für Drohnenmörder Obama folgt Trump den Wünschen der Friedensnobelpreisträgerin von 2025, María Corina Machado, die sich mit ihrer beständigen Aufstachlung zur US-Invasion gegen die gewählte Regierung Venezuelas als preiswürdig qualifizierte. Kriegshetzer, Putschisten und Antikommunisten stehen auch beim Nobel-Komitee auf der Beliebtheitsliste ganz oben.

Wir fordern von der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Union, ihren ständigen Bekenntnissen zum Völkerrecht folgend das Selbstbestimmungsrecht Venezuelas zu verteidigen und die US-Terrorakte zu verurteilen.

Der Deutsche Freidenker-Verband erklärt seine unerschütterliche internationalistische Solidarität mit dem Land, der Bevölkerung und den Kämpfern der Bolivarischen Revolution. Freiheit für Nicolás Maduro, Hände weg von Venezuela, Yankees go home!

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.



Spenden für DKP
Unsere Zeit