Merkel zu Elektroautos

Eine Bankrotterklärung für die Bundesregierung und die Kanzlerin ist das Eingeständnis von Angela Merkel: „Mehr als eine Million Elektroautos sollten bis 2020 auf deutschen Straßen unterwegs sein, so wie es im Augenblick aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen.“ Dabei hatte Merkel im Mai 2011 so optimistisch in eine Zukunft geblickt, die ohne die herkömmlichen Kraftstoffe auskommt.

Die E-Auto-Prämie entpuppt sich als Flop – etwa anderthalb Jahre vor Ablauf der gesetzten Frist – sind es nicht einmal 100 000 Autos mit Elektroantrieb. Die Verkaufszahlen stocken, da hat auch die Prämie nicht geholfen, mit der der Staat seit Juli 2016 einen Anreiz für die Entscheidung gegen den Diesel- oder Benzinmotor schaffen wollte. Bis zu 4 000 Euro soll der Verbraucher für den Kauf eines Elektro-Autos erhalten – nur will keiner das Geld. Denn vielen ist der Preis für die Anschaffung trotzdem zu hoch. Ganz abrücken will Merkel von ihrer Vorstellung, mehr Elektromobilität auf die Straßen zu bringen, aber nicht.Merkel verglich die Technologie des Elektromotors mit der eines Smartphones. Dessen Durchbruch sei plötzlich gekommen, genauso könne es ja „vielleicht“ mit den Elektroautos laufen. Mit dem Wörtchen „vielleicht“ kann möglicherweise Politik verkauft werden, aber weder die Autoindustrie noch die Autonutzer wollen mitmachen.

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"Merkel zu Elektroautos", UZ vom 2. Juni 2017



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