Mit Blumentöpfen und Mülltonnen gegen Nazis

Die DKP Köln erinnerte auch in diesem Jahr mit einer Aktion in der Elsaßstraße an den 3. März 1933. An dem Tag, mehrere Wochen nach der Machtübernahme der Faschisten in Deutschland, marschierten SA-Trupps erstmals durch die Kölner Elsaßstraße, die als Hochburg der Kommunisten galt. Die Bewohner bewarfen die SA aus den Fenstern mit Blumentöpfen, Flaschen, Mülltonnen und anderen Gegenständen. Die hinzugezogene Schutzpolizei eröffnete später das Feuer und nahm 70 Personen fest.

Walter Stehling, Bundestagskandidat der DKP für den Wahlkreis Köln II, erinnerte in einer Ansprache an den „bescheuerten Fackelzug“ und den Widerstand dagegen: „Organisierte Arbeitersportler, Genossen der Arbeiterparteien, Jugendliche, schimpfende Frauen stoppten den Umzug. Es flogen allerlei Gegenstände und unanständige Flüssigkeiten aus den Fenstern. Die Braunen bekamen ordentlich Knuuze, Schnüsskoche und Haumichblau, mussten weichen, kamen dann aber mit der Schmier und Panzerwagen zurück. Es kam zu massiven Übergriffen, Augenzeugen berichteten über regelrechte Hetzjagden durch SA und Polizei. Einige kamen nie mehr wieder nach Hause. Heute gilt dieser Akt des zivilen Ungehorsams als der letzte größere Widerstand aus der Bevölkerung.“

Stehling hat die Szenerie auch gemalt. Die DKP Köln hat sein Gouache-Bild auf Plakate gebracht, ein Hingucker, der bei den Passanten viel Beachtung fand. Einige Exemplare wurden gegen Spende sogar mit nach Hause genommen. Weitere Fotos der Aktion und die Rede von Walter Stehling unter: dkp-koeln.de

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"Mit Blumentöpfen und Mülltonnen gegen Nazis", UZ vom 19. März 2021



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