Betr.: „Provokative Forderung“, UZ vom 23. August

Notwendig, nicht provokativ

Von Siegmund Bernatek, Mannheim

Die Forderung nach dem 4-Stunden-Tag bzw. der 20-Stunden-Woche ist nicht provokativ, wie Robin Schmidt in seinem Artikel meint. Seit zirka 30 Jahren wird der ProduktivitÀtsfortschritt nur noch auf die Kapitalseite geschaufelt.

Schon im August 1930 (!) hat Ernst ThĂ€lmann in der „ProgrammerklĂ€rung zur nationalen und sozialen Befreiung“ der KPD die 28-Stunden-Woche gefordert. Also schon vor 90 Jahren!

Heute verlangt auch die Klimakatastrophe, dass durch radikale EinschrĂ€nkung der Arbeitszeit die immer weiter ausgeweitete Produktion nutzloser Waren (SUV-GelĂ€ndefahrzeuge fĂŒr Autobahnen und GroßstĂ€dte, immer mehr RĂŒstung und andere Todesmittel) und nutzloser Dienstleistungen (AufblĂ€hung von Finanz- und Versicherungswirtschaft und ihrer klimafeindlichen BĂŒroturmgiganten) eingeschrĂ€nkt wird.

Die Gewöhnung an das kriecherische Ko-Management der Gewerkschaften muss aufhören und aufgebrochen werden.

Nein, provokativ ist die Forderung nach der 20-Stunden-Woche ĂŒberhaupt nicht. Sie ist ĂŒberlebensnotwendig!

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"Notwendig, nicht provokativ", UZ vom 6. September 2019



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