Jammerrufe aus Kiew nach „viel mehr Geld“ (Wladimir Selenski) und die Bekräftigung der Westeuropäer, „die militärische Unterstützung für die Ukraine zu erhöhen“ (Erklärung der Kovorsitzenden der „Koalition der Willigen“ Andy Burnham, Emmanuel Macron und Friedrich Merz) bestimmten am Montag dieser Woche ein Treffen in der ukrainischen Hauptstadt. Besonders wild entschlossen zur Kriegseskalation gab sich der britische Premierminister Burnham. Er reiste persönlich nach Kiew – Macron und Merz nahmen per Video teil – und kündigte vorab Unterstützung für die Produktion von Langstreckenraketen an. Großbritannien erlaubt demnach dem westeuropäischen Raketenhersteller MBDA, geheime Informationen über britische Bauteile des Marschflugkörpers „Storm Shadow“ und dessen französische Version „Scalp“ weiterzugeben. Dies solle Frankreich und Kiew helfen, lokale Produktionslinien für die Waffe aufzubauen.
Burnham und Selenski unterzeichneten zudem ein Abkommen zur Zusammenarbeit bei der militärischen Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI). Burnham behauptete, die Partnerschaft verbinde die „unübertroffene Erfahrung im Einsatz“ der Ukraine mit dem britischen „KI-Ökosystem von Weltklasse“. Kernpunkt: Kiew überlässt Großbritannien einen Datensatz mit Millionen Aufnahmen vom Schlachtfeld, womit autonome Drohnen trainiert werden können. Eine Steuerung per Funk oder durch Glasfaserkabel entfällt bei KI-gesteuerten Drohnen. Russland reagierte am Montag mit einer Erklärung seiner Londoner Botschaft, wonach Botschafter Andrej Kelin „seine diplomatische Mission beendet“ hat. Er kehrt demnach nicht aus dem Urlaub zurück, den er am 21. Juli angetreten hatte.
Selenski nutzte das Treffen in Kiew, um wieder einmal „viel mehr Geld“ für die Steigerung der Drohnenproduktion und verstärkte Angriffe auf Russland zu fordern. Die offenbar genervten westeuropäischen Zahlmeister ließen im Gegenzug ihre Medien berichten, sie hätten seit 2022 mehr als 230 Milliarden Euro nach Kiew geschickt, weitere 115 Milliarden Euro kamen demnach aus den USA. Am Sonntag hatte Selenski vor Journalisten gejammert, sein Kriegsministerium habe ein Haushaltsdefizit von rund 23 Milliarden Euro, weil für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehene Mittel schon verbraucht seien. Erst in der vergangenen Woche hatte Selenskis Kanzlei erneut Besuch von Antikorruptionsbehörden erhalten, danach entließ er seine stellvertretende Büroleiterin. Die ukrainischen Ermittler werden von den westlichen Geldgebern gestützt, das Verschwinden ihrer Euro ins Nichts verhindert das nicht. Die EU verteilte auch am Montag mit vollen Händen Euro unter der Kiewer Clique und gab 6,1 Milliarden Euro aus ihrem 90-Milliarden-„Kredit“ für Waffenkäufe frei. Eine Rückzahlung erwartet offensichtlich niemand.
In der Erklärung der Kovorsitzenden der „Koalition der Willigen“ heißt es, dass sie „ihre Anstrengungen zur Begrenzung von Russlands Kriegskasse“ fortführen, damit „Russland die Mittel für eine Fortführung seines illegalen Krieges ausgehen“. Seit Februar 2022 hätten sie „mindestens 495 Milliarden US-Dollar entzogen“. Zu Kiews Mangel an Flugabwehrsystemen äußern sich die „Willigen“ aber nicht, anders gesagt: Sie lassen Selenski hängen, aus Großbritannien erhält er besonders starke Worte und Verträge, die London nichts kosten.
Aus Sicht der russischen Führung handelt es sich bei der westlichen Erzählung, Russland werde zur Kapitulation gezwungen, um Einbildung. Präsident Wladimir Putin äußerte am 19. August bei einer Sitzung des Rats für strategische Entwicklung und nationale Projekte, dass Drohnenangriffe Russland schaden, aber keine kritischen Folgen hätten. Logistik- und Lagerkapazitäten müssten auch unter staatlicher Beteiligung wiederhergestellt werden. Eine Reihe von Faktoren wirke sich auf das Wirtschaftstempo aus, darunter auch äußerer Druck und „Terrorangriffe auf Industrie- und Infrastrukturobjekte“. Die Dynamik der russischen Wirtschaft sei „bescheiden, aber positiv“. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liege im Jahr 2026 bei etwa einem Prozent. Am Sonnabend ergänzte er in einem Fernsehinterview, Kiew habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die „Büchse der Pandora“ geöffnet und selbst den „Geist aus der Flasche“ gelassen: „Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen.“
Unterdessen fuhr Kiew mit seinen Angriffen auf zivile Einrichtungen fort. Am Dienstag erklärte der russische Sonderbotschafter Rodion Miroschnik, die Kiewer Truppen veranstalteten „eine systematische Jagd“ auf das Personal des AKW Saporoshje und gefährdeten dabei die atomare Sicherheit. Seit Beginn des Sommers hätten sie 140 zivile Busse in Russland und auch medizinische Einrichtungen gezielt angegriffen. Allein in der vergangenen Woche seien 407 Zivilisten verletzt worden, darunter einige durch ferngesteuerte Minen. Von der Front im Donbass meldet das russische Verteidigungsministerium täglich die Eroberung neuer Städte und Dörfer.








