Zu „Wer gegen wen und warum“, UZ vom 4. Dezember

Vom „Krefelder Appell“ lernen!

Rainer Dörrenbecher, Neunkirchen

Björn Blach bemüht in seinem Kommentar „Wer gegen wen und warum?“ den „Krefelder Appell“ der 80er Jahre, um den aktuellen „Frankfurter Appell“ zu kritisieren. Er schreibt unter anderem: „Nicht zu sagen, wer wen, macht den Aufruf bündnisfähig für diejenigen, die keine Klarheit wollen, und verschließt denen den Zugang, die mehr Klarheit schaffen wollen.“

Nach diesen Kriterien der Klarheit wäre der Krefelder Appell im November 1980 nie zustande gekommen, wären nie einige Millionen Unterschriften gesammelt worden, wäre nie in der Bevölkerung eine Mehrheit für die Ablehnung der Stationierung der neuen US-amerikanischen Atomraketen gewonnen worden. Und wir Kommunistinnen und Kommunisten haben damit gelebt, dass viele Bündnispartner die Stationierung der sowjetischen Raketen in der DDR als eigentliche Ursache betrachteten. Damit gelebt, aber nicht akzeptiert, sondern unsere Argumente eingebracht.

Herbert Mies auf dem 6. Parteitag, März 1981: „Gehen wir weiterhin mit gutem Beispiel bei der Sammlung von Unterschriften für den Krefelder Appell voran! Suchen wir verstärkt das Gespräch mit anderen demokratischen Kräften, mit Nachbarn, Kollegen und Bekannten, um sie für die gemeinsame Sache des Friedenskampfes zu gewinnen! Entwickeln wir in den Städten und Wohngebieten, in den Betrieben und Hochschulen die konkrete Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten und Christen, mit ‚Grünen‘ und Liberalen, damit überall im Land die Stimme der Vernunft und des Friedens lauter wird!“ (Protokoll, Seite 47)

Die Kampfbedingungen der 80er Jahre lassen sich nicht auf heute einfach so übertragen. Von den Kriterien erfolgreicher friedenspolitischer Bündnispolitik in Theorie und Praxis lässt sich schon was lernen. Was Björn Blach jedoch betreibt, ist Missbrauch des Krefelder Appells für die bündnispolitische Verhinderungspolitik von PV und UZ

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"Vom „Krefelder Appell“ lernen!", UZ vom 11. Dezember 2020



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