Je verkorkster die Gesellschaft, desto peinlicher ihre „Intellektuellen“. Lesen wir kurz, was uns auf der Plattform Instagram einer zu sagen hat, der in manchen Kreisen als bedeutender Denker der Gegenwart gilt: „Wer kein Antikommunist ist, kann auch kein Antifaschist sein! Diese Lehre des 20. Jahrhunderts ist so banal wie nötig. Die Linkspartei ist keine kommunistische Partei, aber sie auch keine nicht-kommunistische, schon gar keine antikommunistische Partei.“ Wahre Visionäre wie Ilko-Sascha Kowalczuk brauchen keine Verben, und erst recht keine Argumente. Von einem ähnlich intelligenten Geschichtsbild beseelt, hatte sich Kowalczuk schon in der vergangenen Woche auf die (damals noch bevorstehenden) UZ-Friedenstage gefreut. Die DKP lasse „aus der ganzen Welt Kriegshetzer und Putinfreunde auffahren“, schrieb er. Den russischen Botschafter bezeichnet er mal eben als „Faschist“, den Schriftsteller Dietmar Dath als „FAZ-Typ“. Was für eine Anmut in Sprache und Gedanke, welch Reflektiertheit und Bildungsniveau! Aber was bedeutet das jetzt für den Zustand unserer Gesellschaft?
Wahre Visionäre

(Foto: Escla / Wikimedia Commons / CC BY 3.0)
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"Wahre Visionäre", UZ vom 4. September 2026
