Zur CDU-Forderung nach teureren Lebensmitteln

Stimmen aus der Blase

Christine Schneider (CDU), Landwirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz, hat laut „Bild“ darüber geklagt, dass es zu wenig „Wertschätzung in der Bevölkerung für die Produktion von gesunden Lebensmitteln“ gebe. Sie seien „in Deutschland immer noch zu günstig“.

Da schütteln diejenigen den Kopf, die bis vor einiger Zeit für zehn Eier 2,50 Euro hinlegten, jetzt aber drei Euro an der Kasse lassen. Auf Jahressicht sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom letzten Montag die Preise auf Kopf- und Eisbergsalat um 30 Prozent gestiegen, die bei Möhren und Eiern um 16 Prozent. Auch die gesunkenen Preise auf Molkereiprodukte wie Milch und Butter fangen das nicht auf. Unterm Strich stieg die offizielle Inflationsrate im August um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

EU-weit sieht das nicht anders aus. Einen Tag später meldete das europäische Statistikamt Eurostat mit Sitz in Luxemburg einen Anstieg der Inflation im Euroraum um sogar über 3 Prozent – ein Wert, den die hiesigen Ökonomen spätestens im kommenden Jahr auch für Deutschland erwarten.

In was für einer Blase lebt eigentlich die regierende Politikerkaste, wenn sie angesichts dieser Zahlen und der sich darin ausdrückenden Nöte von Millionen Haushalten ein weiteres Ansteigen der Lebensmittelpreise aus pädagogischen Gründen fordert? Es ist wohl die Blase der inzwischen 1,8 Millionen Vermögensmillionäre in diesem Lande, denen die Inflationsrate eh am Hintern vorbeigeht.

Der inflationäre Schub wird viele Folgen haben. Die explodierenden Heizkosten werden Millionen Familien zwingen, ihr Weihnachtsgeld – wenn sie denn eines bekommen – für eine halbwegs warme Wohnung auszugeben statt für Geschenke. Damit ist das Klagen des Einzelhandels über das maue Dezembergeschäft programmiert. Der bereits angekündigte Anstieg der Leitzinsen der Europäischen Zentralbank wird die Bauzinsen, die jetzt schon bei über 4 Prozent liegen, weiter steigen lassen und den lahmenden Wohnungsbau weiter abwürgen.Die

Beschleunigung der Inflation ist kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis des auch von dieser Bundesregierung forcierten Kurses auf Krieg gegen die Energielieferanten Russland und Iran. Die gestiegenen Lebensmittelpreise an den Supermarktkassen sind Kriegskosten.

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"Stimmen aus der Blase", UZ vom 4. September 2026



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