Lars Klingbeil (SPD) schafft es, eine historisch unbeliebte Bundesregierung noch ein Stückchen unbeliebter zu machen. Anfang der Woche verlängerte der Bundesfinanzminister die ewige Talfahrt seines Regimes durch das Bekanntwerden seiner Pläne für die Einführung einer neuen Steuer auf Getränke. Anders als es das Schlagwort „Zuckersteuer“ vermuten lässt, will Klingbeil ab nächstem Jahr auch zuckerfreie Limonaden, Säfte oder Milchgetränke – also so ziemlich alles, was nach irgendetwas schmeckt – ordentlich verteuern. Und anders als ursprünglich versprochen soll das Geld (immerhin 650 Millionen Euro) auch nicht in eine zweckgebundene Abgabe fließen, um das marode Gesundheitssystem zu stützen, sondern in den allgemeinen Staatshaushalt. Dann können die Kids mit ihrer süßen Sauferei gleich die Kasernen finanzieren, in denen sie später dienen müssen. So richtig innovativ ist das alles aber nicht. Die kaiserliche Kriegsmarine und später der U-Boot-Krieg der Nazis wurden schließlich auch schon mittels Schaumweinsteuer finanziert. Die gibt es übrigens immer noch. Anfang kommenden Jahres soll sie erhöht werden. Die Militaristen schaffen es noch, einem das Trinken zu verleiden.
Süßen Sauferei

(Foto: Bundeswehr/Bernd Andres)
Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.
An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)
"Süßen Sauferei", UZ vom 28. August 2026

