Veranstaltung über UZ-Reisen nach China mit Uwe Behrens

Zurück in die Zukunft

Tobias Leger

Reisen mit der UZ beginnen nicht erst am Flughafen. Sie zeichnen sich durch Begleitung der Reisenden vor, während und nach der Reise aus, sowohl organisatorisch als auch inhaltlich-politisch. Für die Reisen im Herbst 2026 hat dazu gerade ein Vorbereitungstreffen in der Karl-Liebknecht-Schule der DKP in Leverkusen stattgefunden.

Am 4. und 5. September haben sich über 30 Reiseteilnehmende und Interessierte über die Volksrepublik China und die UZ-Reisen nach China informiert. Politisch und inhaltlich unterstützt wurde das Treffen von Uwe Behrens. Er kennt China seit über 35 Jahren, hat einen großen Teil dieser Zeit auch dort gelebt und mehrere Bücher über die Volksrepublik geschrieben.

Freitagabend wurde die Veranstaltung mit einem Vortrag zu den aktuellen Herausforderungen und Errungenschaften der Volksrepublik Chinas eingeleitet. Dabei kam eine Vielzahl an Themengebieten zur Sprache. Zentral ist sicher die Leistung, innerhalb weniger Jahrzehnte 800 Millionen Menschen aus der absoluten Armut befreit zu haben. Und dabei eine flächendeckende Infrastruktur aufzubauen: Elektrizität, Internet, Straßen, Hochgeschwindigkeitszüge, Bildungs- und Gesundheitswesen. Bei diesem Tempo der Entwicklung entstehen auch Probleme und Herausforderungen. Die soziale Ungleichheit im Land ist groß und auch sichtbar. Es gibt die großen Metropolen, vor allem an der Ostküste, die weitaus moderner sind als deutsche Großstädte. Aber es gibt auch riesige Landstriche, die in dieser Entwicklung noch zurückstehen. Auch ist China aus einer „westlichen“ Sicht nicht immer leicht zu verstehen. Das beginnt beim Thema Sicherheit und reicht bis zum Demokratieverständnis. Anschließend entstand eine rege Diskussion mit vielen Nachfragen, unter anderem über die Themen Gleichberechtigung von Frauen, Jugendarbeitslosigkeit und Außenpolitik.

Die beiden Reisen im Herbst haben jeweils eine autonome Provinz der Volksrepublik zum Ziel, die in den letzten Jahren in der westlichen Medienlandschaft für Angriffe gegen die chinesische Staatsführung instrumentalisiert wurden: Tibet und Xinjiang. Die Besonderheiten und Hintergründe dieser Regionen erläuterte Uwe Behrens am Samstagvormittag. In beiden Regionen unterstützt der „Wertewesten“ separatistische Bestrebungen und konstruiert vermeintliche Menschenrechtsverletzungen. In Tibet wird der im Exil lebende Dalai Lama als friedlicher Heiliger propagiert, und in Xinjiang gibt es vorgeblich einen Genozid an der muslimisch geprägten Minderheit der Uiguren. Uwe Behrens sorgt für einen Abgleich mit der Realität: Der Umgang mit islamistischem Terror separatistischer Uiguren zieht die Aufmerksamkeit der islamischen Welt auf sich, die von China lernen wollen. Freie Religionsausübung ist ausdrücklich erlaubt, solange nicht missioniert wird. Minderheiten waren von der Ein-Kind-Politik ausgenommen und werden unter anderem beim Zugang zu Universitäten bevorzugt. Und das Bild des friedlichen Tibets ist schnell als Illusion aufgelöst: Die CIA bildete tibetische Milizen aus, die für Leid und Terror sorgten. Der Dalai Lama wird direkt von den USA finanziert. Um die ganz großen Themen rund um China komplett zu machen, gab es auch noch eine kurze Einordnung rund um die Bedeutung Taiwans und Chinas Position dazu. Fazit: Taiwan kann im Worst-Case-Szenario die „Ukraine Chinas“ werden.

Nach der Mittagspause wurden die beiden Reisen im Oktober und November ausführlich vorgestellt und Fragen aller Art dazu beantwortet. Digitalisierung, Verkehr, Klima, Sprache, Essen, Sicherheit – vieles läuft in China anders ab, als wir es aus Deutschland kennen. Unvorbereitet kann das vor Ort überwältigend wirken. Mit guter Vorbereitung und der Begleitung durch UZ-Reisen kann die Reise nach China entspannt genossen werden.

Für die beiden Reisen im Herbst dieses Jahres sind nur noch sehr wenige Plätze frei. Kurzentschlossene können sich gerne noch melden. Die erste Reise startet am 20. Oktober: Über Peking und Xi’an geht es weiter auf den Spuren des Langen Marsches und im weiteren Verlauf bis nach Tibet. Die zweite Reise beginnt am 2. November. Es geht es entlang der Ostküste über Guangzhou und Shanghai nach Peking, anschließend weiter in die Provinz Xinjiang. Auch für 2027 sind wieder UZ-Reisen in die Volksrepublik geplant. Weitere Infos gibt es unter unsere-zeit.de/reisen.

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.



Spenden für DKP