Abgesprochene Zeugenaussagen

Seit Ende Dezember läuft am Landgericht Dortmund der Prozess gegen fünf der Polizisten, die an dem tödlichen Einsatz gegen den 16-jährigen Mouhamed Lamine Dramé am 8. August 2022 in einer Dortmunder Jugendhilfeeinrichtung beteiligt waren. Dramé befand sich in einer psychischen Ausnahmesituation und hielt sich in einer Mauernische ein Messer an den Bauch, weshalb Betreuer die Polizei riefen. Die Beamten eskalierten die statische Situation planmäßig. Nach bisher neun Prozesstagen kristallisiert sich eine Strategie der Strafverteidiger heraus: Der Einsatz von Reizgas habe zum Ziel gehabt, Mouhamed dazu zu bringen, das Messer fallen zu lassen. Das sei nötig gewesen, um ihn vor sich selbst zu schützen. Die dazu passenden Zeugenaussagen am Einsatz beteiligter Polizisten klangen wie abgesprochen. Aus vor Gericht vorgetragenen WhatsApp-Nachrichten, die die Angeklagten mit ihren Kollegen austauschten, geht hervor: Innerhalb der Polizei wurde nach dem Einsatz sehr wohl darüber nachgedacht, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, die Lage statisch zu halten. Alle Zeugen der Polizei bestreiten das vehement. Voraussichtlich am 17. April wollen sich erstmals Angeklagte vor Gericht zu den Vorwürfen gegen sie äußern. Wir berichten laufend im UZ-Blog über den Prozess.

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"Abgesprochene Zeugenaussagen", UZ vom 29. März 2024



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