Vor über einem Jahr, im August 2025, wurde der erste Tarifvertrag in der deutschen Dönerspießindustrie bei Birtat in Murr (Nähe Stuttgart) erkämpft. Für die Beschäftigten bedeutet dieser Tarifvertrag ein deutliches Plus auf dem Konto: Er setzt nicht nur eine untere Haltelinie beim Einstiegslohn, sondern erhöht die Löhne der Beschäftigten in der Spitze um bis zu 17 Prozent. Dank Tarifvertrag verdient jede Vollzeitkraft mindestens 2.700 Euro brutto. Es war zudem der Startschuss für weitere Tarifverträge.
Nach monatelangen Verhandlungen wurde im Juni 2026 ein weiterer Meilenstein durchgesetzt: der Abschluss eines Eingruppierungstarifvertrags. Er steht für eine klare, transparente Vergütungsstruktur. Zurzeit laufen die Verhandlungen für einen Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen verbessern soll, darunter Regelungen zu Zuschlägen und Sonderurlaub. Auch dieser Meilenstein wird Signalwirkung haben. Laut dem Verband der Dönerproduzenten Deutschlands gibt es bundesweit etwa 400 Produktionsstandorte. Das Unternehmen in der württembergischen Gemeinde Murr beliefert heute nach eigenen Angaben europaweit tausende Dönerrestaurants und somit über 13 Millionen Konsumenten monatlich.
Zum Kampf bei Birtat ist in diesem Monat eine viersprachige Broschüre (Deutsch, Türkisch, Bulgarisch und Rumänisch) unter dem Titel „Wir haben einfach immer weiter gemacht“ im Verlag Papyrossa erschienen, herausgegeben von DGB und NGG Region Stuttgart. Der Arbeitskampf ist darin vom ersten Kontakt mit der Gewerkschaft bis zum Tarifabschluss dokumentiert.







