Pressemitteilung der DKP Bottrop

ArcelorMittal reagiert auf Täuschungsvorwürfe

Dass die Kokerei von ArcelorMittal versucht, mit falschen Angaben über die Benzo(a)pyren-Belastung durch die Kokerei Bottrop die Öffentlichkeit zu täuschen, hat die DKP-Ratsgruppe am 24. Mai in einer Pressemitteilung mitgeteilt. Die Reaktion durch den Chef der Unternehmenskommunikation für ArcelorMittal, Herrn Langner, erfolgte prompt am nächsten Tag.

In seiner Mail an DKP-Ratsmitglied Michael Gerber heißt es:
„Wir geben auf unserem Internetauftritt neben der Verlinkung auf die LANUV-Seite mit den Immissionen (Einwirkungen an den Mess-Stationen) von Benzo(a)Pyren zusätzlich die Emissionen (Ausstoß an der Kokerei) an, die wir selbst auf Basis der LANUV-Werte berechnet haben. Diese stellen wir in den von Ihnen zitierten Balkendiagrammen dar.

Bei der Berechnung der Emissionen berücksichtigen wir, wann und mit welcher Stärke der Wind aus Richtung der Kokerei auf die Mess-Station weht. So sehen wir im Vergleich zu den Vorjahren, wie sich die Emissions-Performance (Leistung) von Benzo(a)Pyren (BaP) verändert.

Aus den niedrigeren Emissions-Werten in den ersten Monaten kann man erkennen, dass im Vergleich zum Vorjahr bereits mehr als 50 Prozent weniger BaP ausgestoßen wurde. Diese positive Entwicklung rechnen wir in erster Linie den umgesetzten Investitionen zu, die weitgehend seit Ende Dezember 2019 abgeschlossen sind. Deshalb sind wir zuversichtlich, den gesetzlichen Zielwert bei den Immissionen von 1 Nanogramm im Jahresdurchschnitt 2020 wieder einhalten zu können.

Unser Balkendiagramm gibt nicht die Immissionen an der Mess-Station an, die auf der Webseite vom LANUV beschrieben werden – daher kann man die Werte nicht vergleichen, wie Sie es tun.“

Michael Gerber: „ArcelorMittal ‚rechnet‘ sich die Benzo(a)pyren-Belastung der Kokerei schön, um den Anwohnern und der Öffentlichkeit vorzugaukeln, der Zielwert von 1 Nanogramm im Jahresdurchschnitt werde eingehalten. Es bleibt aber bei seriöser Betrachtung der Realität anhand der LANUV-Werte dabei: Im 1. Quartal 2020 betrug die BaP-Belastung an der Messstation in Welheim 2,23 Nanogramm. In der Balkendiagramm-Darstellung von ArcelorMittal wird zwar daraus im gleichen Zeitraum 0,55 Nanogramm, Fakten kann aber auch die Kokerei nicht ignorieren.“

Die Werte der LANUV Messstation in Welheim neben dem Schulzentrum zeigt die kontinuierliche BaP-Belastung der Anwohner von Welheim. Die Messwerte sind je nach Windrichtung sehr schwankend. Bei starkem Ostwind registriert die Messstation praktisch keine BaP-Werte. Die DKP und die „Bürgerinitiative Saubere Luft für alle“ fordern daher seit langem auch eine Messstation westlich der Kokerei, um die tatsächliche Umweltbelastung für die Anwohner in Batenbrock zu messen. Dies wurde bisher vom LANUV abgelehnt.

Michael Gerber: „Die Methode von ArcelorMittal erinnert an den Betrug von VW und anderen Autokonzernen mit dem Dieselskandal, um die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß der Umweltverschmutzung durch Dieselfahrzeuge zu täuschen. Von einer angeblichen Reduzierung der BaP- Belastung um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr kann bei den Werten der LANUV-Messstation überhaupt nicht gesprochen werden. Nur diese Werte können Maßstab für die Einhaltung des Zielwertes von 1 Nanogramm sein und nicht interne Berechnungen von ArcelorMittal.“

Am Schluss der Mail von ArcelorMittal an Michael Gerber heißt es: „Wir fordern Sie daher freundlich auf, Abstand von Behauptungen wie Täuschungsversuchen oder systematischem Lügen – wie in Ihrer Pressemitteilung gemacht – zu nehmen.“ Dazu erklärt Michael Gerber: „Von meiner Darstellung nehme ich nichts zurück. Die BaP-Balkendiagramme von ArcelorMittal haben mit der Realität nichts zu tun. ArcelorMittal hat Angst vor den drohenden Prozessen mit den Anwohnern und will der Öffentlichkeit ein falsches Bild von der tatsächlichen Umweltverschmutzung vermitteln. Statt mit falschen Zahlen an die Öffentlichkeit zu treten, muss ArcelorMittal als weltweit größter Stahlkonzern seine Produktion in der Kokerei Bottrop endlich umweltschonender gewährleisten.“

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