Die italienische Ska-Punk-Band „Banda Bassotti“ widmete einen Auftritt im italienischen Bergamo dem Gedenken an die Opfer des Angriffs auf Starobilsk. „21 junge Menschen starben bei der Explosion von Bomben … viele andere wurden verletzt. Einige dieser Bomben wurden aus Italien und aus der Europäischen Union importiert. Wir sind italienische Arbeiter und haben immer den Kampf des Donbass um Unabhängigkeit unterstützt. Deshalb sind wir dagegen, dass unser Geld – das Geld der Italiener und Europäer – in die Hände von Nazis gelangt, die unschuldige Menschen töten“, so David Caccione von „Banda Bassotti“, der auch der Leiter der Antifaschistischen Karawane ist.
Warum wir das hier melden? Weil „Banda Bassotti“ am Samstagabend der Headliner auf den UZ-Friedenstagen ist. Und mit ihrer Einstellung sind sie bei dem Fest von DKP und UZ vom 28. bis 30. August in Berlin genau richtig.
Denn wir werden nicht nur drei Tage lang die Lage der Welt, Strategien im Kampf für den Frieden und gegen den Generalangriff auf unsere Rechte diskutieren, sondern auch Kultur feiern, die nicht dem Mainstream entspricht und die nicht vor der Staatsräson kuscht. Und tanzbar wird es da nicht nur am Samstagabend mit „Banda Bassotti“.
Aus Österreich kommen „Free Willy“ zu den Friedenstagen. Zwischen Folk, Rock und Unplugged ist ihr Motto: Revolution ist tanzbar! Was das Herz kann, können auch Arme und Beine. Also. Es darf getanzt werden bei den UZ-Friedenstagen, und das zu fortschrittlicher Musik – was will man mehr?

Vielleicht einfach auch mal nicht tanzen. Und Kunst genießen, die an Herz und Verstand rührt. Denn zu den Friedenstagen kommt auch die große Brecht-Interpretin Gina Pietsch mit ihrer Tochter Frauke Pietsch und ihrem Brecht-Programm „Von den Leben die hellen, von den Toden die schnellen“. Das Programm zum 70. Todestag Brechts am 14. August 2026 hat am 11. Juni Premiere in der Maigalerie der „jungen Welt“. Gina Pietsch schreibt darüber: „Wir singen vom Tod, weil es Brecht immer ums Leben ging. Unsere Überschrift enthält wichtige, gute Wünsche, die er im Gedicht ‚Orges Wunschliste‘ seinem Jugendfreund Georg Pflanzelt, also Orge, in den Mund legt, am Anfang seines Todesjahres 1956, nach einem Leben, das man weiß Gott nicht einfach ‚hell‘ nennen kann. Lange vorher hat er auch über seinen Tod nachgedacht, ohne Sentimentalität, auch über seinen Nachruf. Dem mit ihm befreundeten Pfarrer Karl Kleinschmidt rät er: Schreiben Sie nicht, dass Sie mich bewundern. Schreiben Sie, dass ich unbequem war und es auch nach meinem Tode zu bleiben gedenke. Es gibt auch dann noch gewisse Möglichkeiten.“ Das Publikum kann sicher sein, dass es auch bei Gina Pietschs 36. (!) Brecht-Programm nicht deprimierend zugehen wird, sondern nach vorn gewandt, das Schicksal der Menschheit im Blick.
Das sind nur drei der Highlights, die die UZ-Friedenstage im Kulturbereich zu bieten haben. Es kommen auch Tobias Thiele, Pablo Miró und Calum Baird und feiern mit uns ein Solidaritätskonzert für das sozialistische Kuba. Kai Degenhardt kommt mit seiner neuen Platte im Gepäck, Bejarano und Microphone Mafia mit der Erinnerung an Esther und all ihrem Kampfeswillen. Trio Quijote singen Lieder von Mikis Theodorakis, Betty Rossa und Kapelle Gigs treten auf, genauso wie die RotFuchs Singegruppe. Erich Schaffner und Hartmut König erinnern an das KPD-Verbot und die Gründung der SED.
Alle zusammen wissen sie: Frieden wird es keinen geben, wenn wir nicht dafür sorgen. Auch mit fortschrittlicher Musik.









