Deutschlandticket wackelt

Aufgrund der unzureichenden Finanzierung des Deutschlandtickets drohen erste Löcher in der flächendeckenden Verfügbarkeit des 49-Euro-Fahrscheins zu entstehen. Anfang Dezember hatte der Landkreis Stendal beschlossen, sich nicht länger an diesem Projekt der Bundesregierung zu beteiligen. Grund dafür waren die rund 120.000 Euro, mit denen Landkreis den Fahrschein bezuschussen sollte – trotz deutlichem Aufholbedarf bei der Infrastruktur. Der Kreistag beschloss, das Deutschlandticket nicht länger zu finanzieren. In den kommunalen Buslinien wäre der Fahrschein dann nicht länger gültig gewesen.

In einer Sondersitzung am 20. Dezember ruderte der Kreistag schließlich zurück. Das Land Sachsen-Anhalt hatte dem Kreis einen Zuschuss von 450.000 Euro für den ÖPNV bewilligt, verbunden mit „dem klaren Hinweis, man möge nun die Finanzierung zumindest für die ersten vier Monate des Jahres 2024 gewähren“, wie „kommunal.de“ berichtete. Am Ende stimmten die Kreistagsabgeordneten einer Fortführung des Tickets bis Ende April zu. Nicht ohne den Hinweis, dass Bund und Land für die Finanzierung des Tickets zuständig seien.

Nach dem Stendaler Beschluss hatten mehrere Landkreise und Verkehrsbünde mit ähnlichen Schritten gedroht. Auch Verkehrsunternehmen rechnen damit, dass Kommunen und Kreise aus dem Deutschlandticket aussteigen könnten. Im April läuft die zwischen Bund und Ländern getroffene Vereinbarung zur Finanzierung des Tickets aus. Wie es danach weitergehen kann, ist noch offen. Mehrere Akteure rechnen mit einer Verteuerung des Fahrscheins.

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"Deutschlandticket wackelt", UZ vom 5. Januar 2024



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