Seit mehr als einem Jahr sitzen die als „Ulm5“ bekannt gewordenen Palästina-Aktivistinnen und -Aktivisten in der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim. Crow Tricks, Zo Hailu, Daniel Tatlow-Devally, Leandra Rollo und Vi Kovarbasic aus Großbritannien, Irland, Spanien/Argentinien und Deutschland waren am 8. September 2025 nach einer Aktion gegen den israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, einen Schaden von rund einer Million Euro auf dem Gelände des Rüstungsunternehmens verursacht zu haben.
Anlässlich des Jahrestags der Inhaftierung erinnert sich Daniel Tatlow-Devally an die Haftbedingungen, die die fünf Aktivisten in den ersten 30 Stunden durchleben mussten: „Die Zellen, in denen wir festgehalten wurden, hatten eine nackte Plastikmatratze, eine Neonlampe, die nicht ausgeschaltet werden konnte, und ein Loch im Boden mit einem winzigen Rinnsal Wasser, das als Toilette diente. (Es gab) keine Seife, keine Waschmöglichkeiten und kein Toilettenpapier.“
Auch das weiter andauernde Gerichtsverfahren, zu dem die Angeklagten gefesselt vorgeführt und hinter einer Glasscheibe platziert werden, ist von unfairen Bedingungen und Unregelmäßigkeiten durchzogen. So erklärte der irische Abgeordnete und Anwalt vor dem Internationalen Strafgerichtshof Barry Ward, das Verfahren liege „weit unter den Mindeststandards, die wir von fairen Gerichtsverfahren erwarten“. 21 Mitglieder des Europäischen Parlaments forderten eine offizielle Untersuchung und erklärten, dass das Verfahren „Merkmale politischer Verfolgung“ trage.







