Im Bildtext zu dem Text „Kurz und knapp“ heißt es: „Das offizielle Foto der Hinrichtung des italienischen Irredentisten und ehemaligen Reichsratsabgeordneten Cesare Battisti durch den Wiener Scharfrichter Josef Lang 1916 in Trient. Bei der hier verwendeten Garotte wird der Verurteilte an einen Holzpfahl gefesselt und der Hals langsam immer mehr eingeschnürt, sodass er qualvoll erstickt. Karl Kraus empörte sich über das Bild des lachenden Henkers, das ‚Bild des Siegers‘.“ Diese Beschreibung ist falsch. Es handelt sich nicht um eine Garotte. Das Bild zeigt den sogenannten Würgegalgen, der vom besagten k. u. k. Scharfrichter Josef Lang „entwickelt“ wurde, der zu einem rascheren Todeseintritt führte, als die allgemein durch Darstellungen bekannte Hängung am Galgen. Der Würgegalgen bestand aus einem ca. 2,50 m hohen Holzpfahl, an dessen oberen Ende ein Eisenhaken angebracht war. Die Helfer des Scharfrichters hoben den zum Tode Verurteilten vor diesem Holzpfahl in die Höhe, worauf der hinter dem Holzpfahl (auf einer Leiter) stehende Scharfrichter (Josef Lang), diesem eine Schlinge um den Hals legte, die an besagtem Haken befestigt war. In diesem Moment zogen die beiden Helfer des Scharfrichters den Körper ruckartig nach unten, worauf es zur sofortigen Bewusstlosigkeit und nach 10 – 20 Minuten zum Todeseintritt kam. Dieser Vorgang wird in der Fachliteratur auch als die „österreichische Methode des Erhängens“ bezeichnet.
Durch die massenhaften Todesurteile gegen Widerstandskämpfer und -kämpferinnen führten die Nazis dann auch in Österreich Ende 1938 die Hinrichtung mittels der („effizienten“) Guillotine ein. Nur bei manchen Soldaten bestand die Justiz auf die als schmählich angesehene (und qualvollere) Hängung, zum Beispiel bei den Verurteilten vom Juli 1944. In der demnächst erscheinenden 5. Auflage meines Buches „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten Widerstandskämpfer und Widerstandskämpferinnen“, gehe ich darauf näher ein.



