Wie in vielen anderen Orten fand am 19. April auch in Bergkamen eine vom Generalkonsulat der Russischen Föderation organisierte Gedenkveranstaltung für die Opfer des Völkermords am sowjetischen Volk während des Faschismus statt. Auf dem „Russischer Kriegsfriedhof“ genannten Friedhof für sowjetische Opfer der Nazi-Barbarei ruhen die sterblichen Überreste von 147 sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Sie waren unter unmenschlichen Bedingungen in den Kohlebergwerken des Ruhrgebiets eingesetzt. Mehr als hundert von ihnen starben infolge eines Grubenunglücks auf der Zeche „Monopol-Grimberg 3/4“. Dort kam es am 11. September 1944 zu einer Grubengasexplosion, die durch die Bombardierungen britischer Luftstreitkräfte auf Industrieanlagen ausgelöst worden war.
Oleg Krasnitskiy, der russische Generalkonsul, erinnerte in seiner Ansprache an die Leningrader Blockade als eines der grausamsten Beispiele für den Völkermord an der sowjetischen Bevölkerung. Über einen Zeitraum von 900 Tagen wurden mehr als eine Million Einwohner der Stadt gezielt durch Aushungern und Beschuss vernichtet.
Es sprachen auch Martin Schneider, Vorsitzender des Vereins „Rhein-Ruhr-Russland“, Roland Kussel, ehemaliger Abteilungsleiter der IHK Dortmund, Hannelore Thölke für den Verein „Ar.kod.M“ und Christa Bröcher für die VVN/BdA. Betont wurde die Notwendigkeit, die Erinnerung an die Verbrechen der deutschen Faschisten und ihrer Helfershelfer wach zu halten und auch die grundlegende Rolle der Roten Armee bei der Befreiung Deutschlands nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Am Ende der Veranstaltung wies der Sprecher der DKP Soest/Hamm, Paul Georg Lisztewink, auf die wachsende Kriegsgefahr hin. Auf Grundlage einer ausufernden Russophobie könne von deutschem Boden erneut nach 1914 und 1941 ein Krieg ausgehen, wenn nicht die lohnabhängigen Menschen im Lande den Kriegstreibern in die Arme fielen.









