Gedenken an die Selbstbefreiung des KZ Buchenwald

Keiner ist vergessen

Deutscher Freidenker-Verband Thüringen

Am 12. April haben Mitglieder verschiedener Parteien, darunter der DKP, und Organisationen und interessierte Bürger auf Einladung des Landesvorstand Thüringens des Deutschen Freidenker-Verbands (DFV) der Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald vor 81 Jahren gedacht. Die Landesvorsitzende hatte eine Einladung an die Botschaft der Russischen Föderation in Berlin gesandt, die seit 2022 nicht mehr zu staatlichen Gedenkfeiern eingeladen wird. An dem feierlichen Gedenken nahm der Kulturattaché der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin, Nikita Rajewski, die Vertreterin des Büros für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit, Julia Gordeewa, und weitere Vertreter der Botschaft teil.

Um 12 Uhr wollten die Vertreter der Russischen Botschaft gemeinsam mit Mitgliedern des Landesverband Thüringens des DFV Kränze und Gebinde an dem Gedenkstein in Erinnerung an die sowjetischen Häftlinge im KZ Buchenwald niederlegen. Der Zugang zu der Gedenkstätte wurde ihnen zunächst untersagt mit der Begründung, die Kränze müssten erst durchleuchtet werden. Nach energischem Protest seitens der russischen Diplomaten und der Landesvorsitzenden des DFV, Heike Cienskowski, wurde der Zugang zu der Gedenkstätte genehmigt. Es ist hervorzuheben, dass für das Betreten von Gedenkstätten durch russische Diplomaten keine offiziellen Einschränkungen bestehen. Zudem hatte man hatte nie die Absicht, an der am gleichen Tag stattfindenden offiziellen Gedenkveranstaltung teilzunehmen, weshalb die Ehrung bewusst um 12 Uhr durchgeführt werden sollte. Die staatliche Veranstaltung war für 13.30 Uhr geplant, so dass mit keiner zeitlichen Überschneidung zu rechnen war. Das Verweigern des Betretens der Gedenkstätte ist daher skandalös.

Die Landesvorsitzende wurde von den russischen Diplomaten gebeten, einige Worte am Ehrenmal für die sowjetischen Häftlinge zu sagen. Nach der Kranzniederlegung begaben sich die Teilnehmer zum Glockenturm an der Straße der Nationen, um die Gedenkfeier zu eröffnen, die für 12.30 Uhr angemeldet war. Nach Begrüßung aller Teilnehmer und der russischen Gäste durch Heike Cienskowski sprach der Kulturattaché der Russischen Botschaft. In seiner Rede erinnerte er an den Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion vor 85 Jahren, an die Gräueltaten der Hitlerfaschisten und deren Helfershelfer und mahnte, diese niemals zu vergessen.

Brigitte Dornheim, Mitglied des Freidenker-Verbands aus Sonneberg, schilderte das Leiden der Häftlinge, insbesondere das der sowjetischen, und die Erschießung von insgesamt 8.483 russischen Offizieren im Pferdestall, der zu einer Genickschussanlage umfunktioniert worden war. In der Diskussion wurde auch auf die Lage in Gaza und die Situation der palästinensischen Bevölkerung eingegangen. Heike Cienskowski rief in ihrer Abschlussrede zur internationalen Solidarität und zu Völkerfreundschaft auf und rief den Teilnehmern der Gedenkfeier zu: „Russland ist nicht unser Feind!“ Ernesto Schwarz umrahmte die Gedenkfeier musikalisch.

Auf Bitten der Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation reiste Heike Cienskowski im Anschluss in das gut 100 Kilometer entfernte Nordhausen, um auch am Gedenken im Außenlager Mittelbau-Dora teilzunehmen. Auch hier wurden ein Kranz und Blumen im Gedenken an die sowjetischen Häftlinge am Krematorium niedergelegt.

Das Gedenken an alle Menschen, die unter dem Hitlerregime litten, gefoltert und ermordet wurden, ist unser Anliegen! Wir lassen uns das nicht nehmen. Keiner ist vergessen, und nichts ist vergessen!

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