Nach den politisch motivierten Kündigungen der Konten der DKP und der Roten Hilfe fand am vergangenen Samstag in Bochum die Genossenschaftsversammlung der in die Kritik geratenen GLS-Bank statt. Vorangegangen waren massive Proteste und eine große Welle der Solidarität für die vom Debanking betroffenen Parteien und Organisationen. Die Kontokündigungen seien „kein Glanzstück“ gewesen, erklärte GLS-Vorstand Dirk Kannacher laut einem Bericht der „taz“ auf der Versammlung. Aufsichtsratsvorsitzende Irene Reifenhäuser-Karnath forderte den Vorstand nach Informationen von „finanzbusiness.de“ auf, offen mit den Kündigungen umzugehen und „nicht so zu tun, als sei das unwichtig“. Die Kommunikationsstrategie zeigte Wirkung. 676 der 720 anwesenden Genossenschaftsmitglieder stimmten für die Entlastung des Vorstandes.
Die Konten der DKP waren zum 31. Dezember 2025 gekündigt worden, nachdem die Bank Fragen zu Spendensammlungen für das sozialistische Kuba gestellt hatte. Wofür die Informationen benötigt wurden, war dem DKP-Parteivorstand nicht mitgeteilt worden. „Auch Institutionen, die sich wie die GLS-Bank selbst als ‚alternativ‘ definieren, ziehen sich teilweise in die Schützengräben des reaktionär-militaristischen Gesellschaftsumbaus zurück. Das ist skandalös, ist aber Teil der laufenden Kriegsvorbereitung“, hatte der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele den Vorgang im Dezember vergangenen Jahres kommentiert. „Uns bestärkt das darin, den Kampf gegen die Kriegstüchtigkeit und für die Verteidigung demokratischer Rechte zu intensivieren – ebenso unsere internationale Solidarität mit dem sozialistischen Kuba, die uns vor dem Hintergrund der völkerrechtswidrigen Sanktionen zum Vorwurf gemacht wird.“
Die DKP wechselte im Anschluss zur Sparkasse Essen. Die Rote Hilfe konnte auch aufgrund der Solidarität von außen eine Einigung mit der GLS-Bank erzielen und ihr Konto fortführen.








