Keine Ruhe für Warken

Hohe Prominenz war zur Einweihung der neuen Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Essen am 30. Juni geladen. Neben Lokalpolitikern wie dem Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ließ sich auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nicht nehmen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Anders als zur aktiven Mittagspause gegen die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung vor wenigen Wochen hatte der Klinikvorstand dieses Mal nicht mit zum Protest aufgerufen, sondern war in höchster Alarmbereitschaft. Knapp 70 Kolleginnen und Kollegen aus der Uniklinik, der LVR-Klinik und dem Alfried-Krupp-Krankenhaus versammelten sich dennoch während der Arbeitszeit auf der von den ver.di-Vertrauensleuten organisierten Kundgebung, um gegen die geplanten Kürzungen im Gesundheitswesen zu protestieren.

Obwohl der Sicherheitsdienst eine große Distanz zu den offiziellen Feierlichkeiten einforderte, waren Rufe wie „Warken hier, Merz dort – Schluss mit Kürzen, jetzt sofort!“ oder „Warken, Warken, hör genau – Wenn du kürzt, dann gibt’s Radau!“ laut auf dem Gelände zu hören. Während die Ministerin und Konsorten schnell ins Gebäude verschwanden, schallte aus den Fenstern der umliegenden Kliniken Applaus von Kolleginnen und Kollegen im Dienst.

Als der Protest auch beim nächsten Zwischenstopp der Prominenz jegliche Gespräche und Fernsehinterviews verunmöglichte, verschwanden die Politiker sichtlich zerknirscht in schallgeschützte Räumlichkeiten. Die ver.di-Vertrauensleute rufen dazu auf, den Protest gegen die Kürzungspläne der Regierung nicht abreißen zu lassen und sich an der anstehenden Ruhrpott-Rebellion zu beteiligen. In Essen findet die Kundgebung am 11. Juli um 13.30 Uhr an der Marktkirche statt.

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