Bei der Demonstration zum Abschluss des „Rheinmetall Entwaffnen“-Camps hat es am vergangenen Samstag in Köln erneut schwere Angriffe der Polizei auf Demonstrationsteilnehmer gegeben. „Macht ihn platt, macht ihn platt!“, sollen Polizisten laut Zeugenberichten gerufen haben, bevor sie Demonstrantinnen und Demonstranten gewaltsam bedrängten und mindestens zwei Personen bewusstlos schlugen. Anschließend wurde der Demonstrationszug gestoppt und der hintere Teil eingekesselt – vermeintlich zur Feststellung von Personalien. Erst nach knapp sechs Stunden, gegen 21.30 Uhr am späten Abend, wurde der Kessel ohne weitere Kontrollen aufgelöst.
Nach Angaben von „Rheinmetall Entwaffnen!“ kam es von Beginn an zu gewalttätigen Übergriffen durch die Polizei. Die Sanitätsgruppe Süd-West e. V. musste aufgrund von Verletzungen 227 Behandlungen auf der Demonstration oder anschließend im Camp durchführen; es erfolgten 22 Übergaben an den Rettungsdienst, ans Krankenhaus oder an eine Arztpraxis. Auffällig sei „die hohe Zahl an Verletzten mit Kopf- und Gesichtsverletzungen“ gewesen. Auch Sanitäterinnen und Sanitäter seien mehrfach von der Polizei an ihrer medizinischen Arbeit gehindert und geschubst worden.
Schon im vergangenen Jahr waren das Camp und die Demonstration von „Rheinmetall entwaffnen!“ Ziel von massiven juristischen und polizeilichen Angriffen gewesen. Zunächst hatte die Polizei versucht, das Camp zu verbieten. Nachdem das gescheitert war, griffen Polizeibeamte die Abschlussdemo an. Dabei wurden 147 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verletzt – 18 davon so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.







