Mobilmachung gen Osten

Das gegen Russland gerichtete US-Großmanöver „Defender Europe 20“ begann in der vergangenen Woche mit ersten Truppenverlegungen der U. S. Army quer durch Deutschland. Damit starten die Truppenbewegungen in Richtung Osten, die laut Angaben der Bundeswehr bis Mai andauern sollen, schon ein knappes Vierteljahr vor dem offiziellen Beginn der Hauptphase des Manövers – einen Monat früher, als die US-Streitkräfte es zuvor angegeben hatten. Bei dem seit über 25 Jahren größten US-Manöver in Europa probt die Bundeswehr laut eigenen Angaben „vor allem die möglichst schnelle Verlegung großer militärischer Einheiten in potenzielle Konfliktgebiete“. Dabei üben die NATO-Staaten nicht nur die Truppenverlegung an die Front im Osten, sondern auch den heißen Krieg gegen Russland: Sieben weitere Militärübungen werden in „Defender Europe 20“ eingegliedert, um im Rahmen eines umfassenden Konfliktszenarios in Osteuropa ein „Schlachtfeldnetzwerk“ zu errichten. Das Szenario spielt laut US-Angaben im Jahr 2028.

Kern der militärischen Großübung ist das Verlegen einer Division der U. S. Army über den Atlantik in größtmögliche Nähe zur russischen Grenze. Auf zwölf unterschiedlichen Routen, die Land- (Straße und Schiene), Luft- und Wasserwege (Meer und Fluss) umfassen, werden die US-Soldaten, begleitet von europäischen Militärs, gen Osten ziehen und dabei große Mengen an Fahrzeugen und Gerät mitführen. Vor allem in Polen und im Baltikum werden sie dann den Krieg gegen Russland proben.

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"Mobilmachung gen Osten", UZ vom 31. Januar 2020



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