Palantir-Deal blockiert

Ein 50 Millionen Pfund (57 Millionen Euro) schwerer Deal zwischen dem US-amerikanischen Technologieunternehmen Palantir und der Londoner Metropolitan Police ist nach einem Veto des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan blockiert. Das Büro des Bürgermeisters für den Bereich Polizei und Kriminalität (MOPAC) erklärte, Palantir sei der einzige Anbieter gewesen, den die Met Police ernsthaft in Betracht gezogen habe. Die Polizei habe keine Beschaffungsstrategie zur Genehmigung vorgelegt, was einen „klaren und schwerwiegenden Verstoß“ gegen die Verfahrensregeln darstelle.

Bürgermeister Sadiq Khan ist der Ansicht, die Londoner Bevölkerung wolle nur öffentliche Gelder für Unternehmen, „die die Werte der Stadt teilen“, doch das derzeitige Vergaberecht lasse dies nicht zu. Khan wolle dies „zu gegebener Zeit bei der Regierung zur Sprache bringen“.

Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militärinformationen analysiert werden. Das Unternehmen hat eine „strategische Partnerschaft“ mit Israel. Die Spionagesoftware von Palantir, dessen europäischer Hauptsitz sich in London befindet, wird in Israel von der Armee, dem Geheimdienst und der Polizei auch in ihrem Krieg gegen die Palästinenser und ihren anderen Kriegen eingesetzt.

[author_box]

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"Palantir-Deal blockiert", UZ vom 29. Mai 2026



    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Auto.



    Spenden für DKP
    Unsere Zeit