Aktionen gegen drohende Katastrophe

Pflegenotstand

Von Karin Gersdörfer

Am 12. Mai, am Tag der Pflege, gingen bundesweit Pflegekräfte auf die Straße. Auch in Kiel demonstrierten an diesem Tag ca. 400 Kolleginnen und Kollegen aus Kliniken und Altenpflege-Einrichtungen und Azubis gegen den Pflegenotstand und die desolaten Arbeitsbedingungen.

Rednerinnen und Redner aus verschiedenen Einrichtungen prangerten an konkreten Beispielen den alltäglichen und -nächtlichen Wahnsinn an, unter dem die Beschäftigten, aber auch die Patientinnen und Patienten leiden. Die Kolleginnen und Kollegen forderten von der Politik endlich konkrete Taten, nachdem man schon seit Jahren nur warme Worte hört. Offensichtlich setze man weiterhin auf die Leidensfähigkeit dieser Berufsgruppen – ungeachtet der Tatsache, dass die Bedingungen im Gesundheitswesen ungebremst auf die Katastrophe zusteuern.

Allein in Schleswig-Holstein fehlen laut ver.di 5 000 Beschäftigte in der Pflege, Nachwuchs ist Mangelware und die Flucht aus dem Beruf hält unvermindert an. Die als Sofortmaßnahme angekündigten 8 000 zusätzlichen Stellen, die die Große Koalition versprochen hat, werden als lächerlich bezeichnet – ergibt das bundesweit doch noch nicht einmal eine Vollzeitkraft pro Einrichtung.

„Matrosenaufstand 1918 – Pflegeaufstand 2018“ stand auf einem Schild – doch dafür bedarf es noch mehr Druck auf der Straße! Dies hat sich auch das Kieler Aktionbündnis „Aufstehen für die Pflege“ vorgenommen. Die Kieler DKP verteilte UZ, das DKP-Gesundheits-Info und führte viele Gespräche beim Sammeln von Unterschriften unter den Aufruf „Abrüsten statt Aufrüsten“.

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"Pflegenotstand", UZ vom 18. Mai 2018



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