Streik im Babylon-Kino eskaliert

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bestreikt seit dem 23. Juli 2015 das Kino Babylon Berlin GmbH am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. „Der unbefristete Arbeitskampf der Beschäftigten ist notwendig, weil die Geschäftsleitung sich weigert, in Tarifverhandlungen ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, so Andreas Köhn, ver.di-Verhandlungsführer. ver.di setzt sich dafür ein, dass im Babylon der für kommunale Kinos maßgebende Tarifvertrag angewendet wird, denn es könne nicht sein, dass Steuergelder in ein Privatkino fließen, das Dumpinglöhne zahle. Seit dem 6. Oktober 2015 sind Fenster des Kinos mit Davidsternen bemalt, an einer Anzeigentafel über dem Kinoeingang hängt ein Plakat mit der Aufschrift: „Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht im Babylon!“

Diese völlig irrationale Aktion des Arbeitgebers rückt den legalen Streik der Beschäftigten um höhere Löhne in die Nähe von nationalsozialistischen Umtrieben, Gewaltaktionen und Pogromen. „ver.di distanziert sich von derlei Aktionen, die auf unerträgliche Art und Weise Aufmerksamkeit erheischen sollen“, so Andreas Köhn.

ver.di fordert den Eigentümer des Kinos, Herrn Timothy Grossman, auf, diese Aktion unverzüglich einzustellen. Hintergrund: Seit fünf Jahren gab es im Bereich der Filmvorführer (Stundenlohn 9,03 Euro) keine Entgelterhöhung mehr. Lediglich der Stundenlohn für Platzanweiser u. a. wurde zum 1. Januar 2014 auf den jetzt geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro erhöht. Gleichzeitig sind die Eintrittspreise und die Preise für Einmietung in diesem Zeitraum um teilweise 20 Prozent gestiegen. Auch die Anzahl der Besucher hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht.

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"Streik im Babylon-Kino eskaliert", UZ vom 6. November 2015



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