Der Krankenstand unter Tesla-Beschäftigten im Werk im brandenburgischen Grünheide ist deutlich gesunken. Das behauptet zumindest Werksleiter André Thierig. Auf der Hannover Messe brüstete sich Thierig damit, dass der Krankenstand im Werk des US-Autobauers auf unter 5 Prozent gefallen sei – von 17 Prozent im Sommer 2024. Gleichzeitig berichtete das „Handelsblatt“, dass Tesla kranken Beschäftigten die Lohnfortzahlung streiche.
Thierig führt den Rückgang aber nicht darauf, sondern auf ein „verbessertes Betriebsklima“ und neue Angebote wie Fitnessstudio, Barbershop und einen vergünstigten Fahrzeugmietservice zurück.
Laut „Handelsblatt“ hätten mehrere Mitglieder des Betriebsrats bestätigt, dass Tesla erneut Briefe an kranke Beschäftigte verschickt hat, in denen angekündigt wird, die Lohnfortzahlung einzustellen. „Keine weitere Entgeltfortzahlung wegen möglicher Fortsetzungserkrankung“, lautet demnach die Überschrift eines aktuellen Schreibens, das dem „Handelsblatt“ vorliege. Tesla fordere im Schreiben zudem dazu auf, behandelnde Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden sowie die Krankengeschichte detailliert offenzulegen.
Über Thierig wurde in der Vergangenheit berichtet, dass er und Personalchef Erik Demmler persönlich krankgeschriebene Beschäftigte zu Hause aufgesucht hätten. Bei einer Betriebsversammlung im Juli 2023 hatte Thierig erklärt, bei Tesla sei „kein Platz“ für Beschäftigte, die morgens „nicht aus dem Bett“ kämen.
Letzte Woche hatte der US-Konzern zudem verkündet, Stellen in Grünheide aufbauen zu wollen. Bis Ende Juni sollen demnach 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wie das Unternehmen dem Sender rbb mitteilte. Grund sei die wieder gestiegene Nachfrage nach dem „Model Y“. Tesla beschäftigt derzeit rund 11.000 Menschen in Brandenburg.
Ab dem dritten Quartal 2026 soll die Fahrzeugproduktion in Grünheide um 20 Prozent gesteigert werden. Dafür wolle Tesla zusätzlich auch bis zu 500 Arbeitskräfte fest einstellen, die bisher als Leiharbeiter im Werk tätig waren.
Derzeit werden in Grünheide laut rbb rund 5.000 Einheiten des „Model Y“ pro Woche produziert. Darüber hinaus hat Tesla angekündigt, seine Batteriezellenproduktion weiter aufzubauen. Die Fertigung der Batteriezellen soll in der ersten Jahreshälfte 2027 starten.








