U-Boote

Es klingt wie eine Schauergeschichte aus dem Kalten Krieg: Russische U-Boote, nein, ein „ganzer Schwarm“ von „Putins U-Booten“ „stieß (…) nach Westen vor und ging auf große Tiefe“. Die Marinesoldaten der NATO hätten erst ihrer eigenen Aufklärung nicht geglaubt, so „ungewöhnlich“ sei diese „offene Machtdemonstration“ gewesen. Die Wortwahl stammt aus der Chefredaktion des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“.

Die U-Boot-Story war Anfang der Woche in unseren Qualitätsmedien sehr präsent. Sie war aber auch gut recherchiert. Quelle: NATO. Inhalt: Bis zu zehn russische U-Boote waren gleichzeitig unterwegs – in der Nähe der russischen Küste.

Über das Europäische Nordmeer greife Putin unter Wasser nach den Handelsrouten im Nordatlantik, es drohe die Zerstörung des Internets, wenn Unterseekabel zwischen den USA und Europa gekappt würden, usw. Deshalb werde derzeit „intensiv über eine Nachrüstung auf See diskutiert“.

Das Premium-Nachrichtenportal „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ ist Tochterunternehmen der Madsack-Mediengruppe. Es hält sich nach eigenen Worten für eine „Blaupause für schlagkräftigen Journalismus im 21. Jahrhundert“. Besonders „schlagkräftig“ zeigt es sich immer dann, wenn es gegen Russland geht.

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"U-Boote", UZ vom 20. Dezember 2019



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