Nach 40 Tagen wurde der Krieg der USA und Israels gegen den Iran unterbrochen. Tausende Tote, zerstörte Infrastruktur und steigende Preise waren die Folge des Krieges. Ihre Ziele hatten die Angreifer nicht erreicht: Die Zerstörung des zivilen iranischen Atomprogramms und des iranischen Abschreckungspotentials oder gar „Regime-Change“. Jahrelang hatten die USA zuvor den Iran belagert, in einer Blockade aus militärischen Stützpunkten in der Region und wirtschaftlichen Sanktionen. Die Regierung des Iran sah den Überfall durch USA und Israel als Möglichkeit, diese Belagerung zu durchbrechen.
US-Präsident Donald Trump ließ die Kriegsziele der USA in ein 15-Punkte-Papier einfließen, das zur Grundlage von Verhandlungen werden sollte. Doch der Iran lehnte ab und schlug seinerseits ein 10-Punkte-Papier vor, das Trump überraschend – wenn auch nur vorübergehend – als Grundlage für Verhandlungen akzeptierte.
Nachdem in der Vergangenheit die USA den damaligen Präsidenten des Irak motiviert hatten, den Iran anzugreifen, und nun innerhalb eines Jahres selbst zwei Kriege gegen Iran geführt hatten, forderte der Iran ein garantiertes Ende aller US-Angriffe. Darüber hinaus sollten die US-Truppen aus der Region abziehen. Das Recht auf nukleare Anreicherung, wie es im Atomwaffensperrvertrag garantiert ist, sollte selbstverständlich auch für den Iran gelten, die Sanktionen sollten beendet werden und der Iran sollte die Kontrolle über die Straße von Hormus erhalten.
Später konzentrierten die Vertreter des Iran die 10 Punkte auf einen Dreistufenplan: In einer ersten Stufe sollte es Garantien geben, die eine Wiederholung der Angriffe ausschließen. Erst wenn dies erfolgt sei, sollte die Kontrolle über die Straße von Hormus und die Frage von Reparationen geklärt werden. Die Nutzung der Atomenergie sollte – wenn überhaupt – erst danach besprochen werden.
Weitere Papiere wurden ausgetauscht. 9-Punkte-Plan der USA, daraufhin 14-Punkte-Plan des Iran. In diesem Zusammenhang gab es auch ein Treffen des stellvertretenden iranischen Außenministers Kazem Gharibabadi mit Vertretern Russlands und Chinas. Die drei Länder hatten zu Beginn des Jahres ein Abkommen zur strategischen Partnerschaft geschlossen.
Auch im 14-Punkte-Plan fordert Iran ein garantiertes Ende der Angriffe an allen Fronten und besteht auf den bisherigen Forderungen. Darunter ist auch eine neue Regelung für die Passage durch die Straße von Hormus. Die Straße von Hormus ist kein internationales Gewässer. An ihrer schmalsten Stelle liegt sie vollständig im Bereich der Souveränität der beiden Anrainerstaaten Oman und Iran. In diesen Fällen sieht die UN-Seerechtskonvention freie Durchfahrt für alle Schiffe während Friedenszeiten vor. Transitgebühren darf es nicht geben, doch dürfen Gebühren für die Bereitstellung von Lotsendiensten, Umweltschutzaufgaben und ähnliches verlangt werden. Während eines Krieges dürfen Schiffe feindlicher Staaten und ihrer Verbündeten vom Transit ausgeschlossen werden. Allerdings haben weder Israel noch die USA oder der Iran die UN-Seerechtskonvention ratifiziert.
Eine eigene Regelung für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus, wie sie der Iran verlangt, wäre kein Einzelfall. Der Transit durch den Bosporus wurde im Vertrag von Montreux geregelt – schon lange vor der Verabschiedung der UN-Seerechtskonvention. Im diesem vergleichbaren Fall erhält die türkische Regierung etwa 250 Millionen US-Dollar jährlich aus Gebühren.
Mittlerweile geht der Austausch von Vorschlägen zwischen USA und Iran weiter. Bisher lehnt US-Präsident Trump alle Vorschläge des Iran ab.








