Anlässlich des 82. Jahrestags seiner Ermordung haben Antifaschisten am Samstag des kommunistischen Arbeitersportlers und Widerstandskämpfers Werner Seelenbinder gedacht. Zu der Gedenkkundgebung am Grab Seelenbinders im Werner-Seelenbinder-Sportpark im Berliner Stadtteil Neukölln hatte die VVN-VdA zusammen mit SV Tasmania Berlin eingeladen.
Seelenbinder wuchs in Berlin in einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter starb früh, sodass er bei der Versorgung seiner jüngeren Geschwister mithelfen und schon als Jugendlicher arbeiten musste. Als Transportarbeiter fand er in der Arbeitersportbewegung seine sportliche und politische Heimat. Nach seinem Sieg bei der Spartakiade 1928 in Moskau trat er der KPD bei.
Nach der Machtübertragung an die Faschisten und dem Verbot der Arbeitersportvereine 1933 setzte Seelenbinder seine sportliche Laufbahn im Auftrag der KPD in einem zugelassenen Verein fort. Der sechsfache deutsche Meister im Ringen und Olympiateilnehmer von 1936 nutzte seine Wettkampfreisen, um geheime Informationen zu übermitteln und Verbindungen zwischen Widerstandsgruppen herzustellen. Bereits 1933 verweigerte er bei einer Siegerehrung den Hitlergruß. Später half er beim Aufbau eines illegalen Widerstandsnetzes um Robert Uhrig in Berliner Betrieben. 1942 wurde er verhaftet und am 24. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden von den Faschisten ermordet.
Bei der Gedenkkundgebung erinnerte Ahmed Abed, Bürgermeisterkandidat der Linkspartei in Neukölln, daran, dass Seelenbinders Widerstand im Alltag und in der Solidarität mit anderen verwurzelt war. „Antifaschismus ist keine Nostalgie, sondern ein Auftrag an die Gegenwart und an die Zukunft“, betonte Abed. Brigitte Renkl von der VVN-VdA verband das Gedenken an Seelenbinder mit einer deutlichen Kritik an Aufrüstung und Militarisierung. Antifaschismus bedeute auch Internationalismus, soziale Solidarität und Widerstand gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht.
Dass Seelenbinders Andenken weit über die Kundgebung hinaus lebendig ist, zeigten auch die Fans des SV Tasmania Berlin. Bei einem Fußballspiel am selben Tag hielten die „Tasmanischen Teufel“ Transparente mit der Aufschrift „Werner Seelenbinder unvergessen“ hoch.
Auch heute regt sich Widerstand gegen Militarisierung: Mit ihren Schulstreiks gegen die Wehrpflicht zeigen Jugendliche, dass sie ihre Zukunft nicht der Kriegsvorbereitung unterordnen wollen.








