Die Krise in Russland trifft selbst die Oligarchen

Die meisten sind „ärmer“ einige noch reicher geworden
Von Willi Gerns
|    Ausgabe vom 22. April 2016
Der britische Erstligaklub Chelsea spielt und siegt zu Ruhm und Ehre des russischen Multimilliardärs Roman Abramovich. (Foto: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)
Der britische Erstligaklub Chelsea spielt und siegt zu Ruhm und Ehre des russischen Multimilliardärs Roman Abramovich. (Foto: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Die russische Wirtschaftskrise hat auch die Oligarchen nicht völlig ungeschoren gelassen. Der Absturz des Rubelkurses und das Sinken der Aktienwerte haben ihre Vermögen dahinschmelzen lassen. Darüber berichtete die russische Agentur IA Regnum am 17. April unter Berufung auf die russische Version der US-amerikanischen Zeitschrift „Forbes“. Diese schreibt, dass die Zahl der Oligarchen mit einem Kapital von mindestens einer Milliarde US-Dollar im vergangenen Jahr von 88 auf 77 gesunken ist und die zusammengefassten Aktiva der 200 reichsten Russen sich im gleichen Zeitraum von 408 auf 360 Milliarden Dollar vermindert haben.
Allerdings konnten zugleich einige der russischen Superreichen dennoch weiter in schwindelnde Höhen treiben. Ihre Zahl wird mit 19 angegeben. Der Spitzenreiter unter ihnen ist der Mitbesitzer des zweitgrößten russischen Gaskonzerns „Novatek“ sowie der chemotechnischen Holding „Sibur“, Leonid Michelson. Nach „Forbes“ erhöhte er sein Vermögen zwischen 2014 und 2015 von 11,7 auf 14,4 Milliarden Dollar. Michelson konnte auf der Liste der reichsten russischen Oligarchen den Metallurgie-Magnaten Wladimir Potanin, Michael Friedman und sogar Alischer Usmanow überholen.
Außerdem hat es auch der „vermutliche Schwiegersohn“ Präsident Wladimir Putins, der 34-jährige Kirill Schamalow geschafft, mit 1,2 Milliarden Dollar auf die Forbes-Liste zu kommen. Der in der Emigration lebende Kreml-Gegner Michail Chodorkowski hat dies dagegen noch nicht wieder erreicht. Allerdings ist er in diesem Jahr schon in die Reihen der reichsten Russen mit einem Vermögen von mindestens 500 Millionen Dollar zurückgekehrt, wie die in der Schweiz erscheinende „Handelszeitung“ berichtet.


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