„SDAJ und DKP tun den Monopolen weh!“ hallt es am Samstagnachmittag laut über den Kieler Strand. Unter dem Motto „Pfingstcamp gegen Wehrpflicht“ sind dort Jugendliche aus dem Norden der Republik zusammengekommen, zum größten Pfingstcamp im Norden Deutschlands seit 1990 – unter ihnen besonders viele Schülerinnen und Schüler. Viele sind mit ihrem eigenen Streik-Komitee angereist. So auch Elias, Schüler aus Hamburg. Für ihn ist es das erste Pfingstcamp.
Besonders begeistert ihn die Möglichkeit, sich mit Aktiven der Schulstreiks in anderen Städten austauschen zu können. Der Kampf gegen die Wehrpflicht ist an diesem Wochenende Programm. Dazu gehört der Austausch zu Erfahrungen in den vergangenen Schulstreiks, zum Kampf um bundeswehrfreie Schulen oder über Solidaritätsarbeit in Betrieb und Gewerkschaft für die Schulstreiks. Auch das Hauptpodium diskutierte unter Beteiligung mehrerer Gewerkschafts- und Schülervertreter um Möglichkeiten der Herauslösung der Arbeiterklasse und der Gewerkschaften aus der Integration in die Kriegsvorbereitung der Herrschenden.

Der Durst nach marxistischen Antworten auf die Fragen unserer Zeit drängt viele Teilnehmer auch in die Runde „Marxismus für Einsteiger“, die in einem Rundumschlag in die Grundlagen unserer Weltanschauung einführt. Auch die Runde zum Umgang mit Antikommunismus platzt aus allen Nähten. Hier tauschen sich die Teilnehmer über klassische Ausformungen bürgerlicher Propaganda aus, und diskutieren über einen Umgang mit der medialen Hetze gegen die Schulstreik-Bewegung und die damit einhergehende Lüge der Instrumentalisierung und Unterwanderung durch SDAJ und DKP. Wie allgegenwärtig diese Hetze ist, konnte jeder Besucher des Camps aus erster Hand erleben – wer in Kiel an diesem Wochenende mit dem ÖPNV anreiste, kam nicht an einer Meldung der „Kieler Nachrichten“ in den Straßenbahnen vorbei. Dort wird in antikommunistischer Manier vor der SDAJ gewarnt, die es laut eines staatstragenden Redakteurs angeblich gut versteht, Schüler mithilfe von Gratisgetränken zu agitieren. Wenn ein Kommunist Capri Sonne trinkt, ist das ein gewollter Anbiederungsversuch an den kleinen Mann – so ähnlich sang es schließlich schon Floh de Cologne und entlarvte damit die Absurdität der bürgerlichen Hetze.

Um bürgerliche Hetze und Lügen in den Diensten der Kriegsvorbereitung der Herrschenden in Deutschland ging es auch in der Lesung der Journalistin und Publizistin Susann Witt-Stahl aus ihrem Buch „Der Bandera-Komplex“. Sie klärte über faschistische Strukturen in der Ukraine und die Rückendeckung dafür durch Bundeswehr und deutschen Imperialismus auf.
Neben all dem inhaltlichen Programm blieb am herrlichen Ostsee-Strand genug Zeit zum Entspannen, Baden und Lesen oder dafür, sich an einem der vielen Sportangebote zu beteiligen. Eine große Weiterentwicklung gelang auch im Kulturprogramm. An allen drei Abenden gab es Live-Musik mit jungen Musikern aus Norddeutschland. Zudem sangen Hartmut König und Achim Bigus an zwei verschiedenen Abenden Arbeiterlieder und schufen so einen gemeinschaftlichen Ausklang der Tage. Auf dem großen Camp-Treffen am Sonntagabend spielte der Internationalismus eine größere Rolle. Das Camp bekräftigte unter lauten „Viva Cuba!“-Rufen seine Solidarität mit dem sozialistischen Kuba. Der Internationale Sekretär der YCL Britanniens hielt ein Grußwort und betonte die Notwendigkeit der Stärkung der Friedenskräfte in beiden Länder. Marco Blum, Stellvertretender Vorsitzender der SDAJ, hob die Erfolge der SDAJ innerhalb der Schulstreiks in den letzten Monaten hervor. Er betonte, dass es nun darauf ankomme, die vielen gewonnenen Mitglieder und Sympathisanten zu entwickeln, als Verband weiter in Aktion zu kommen und die jüngsten Erfolge so in langfristige Stärkung der SDAJ zu überführen.









