Das Pfingstcamp Süd 2026 der SDAJ

Sommer, Sonne, Spaltungsversuche

Leonie Spet

„Wir lassen uns nicht spalten! Nein zur Wehrpflicht!“, hallt es am Montagmorgen über den Willy-Brandt-Platz. Laut, den hunderte Stimmen beteiligen sich. Das war nicht nur der Abschluss des dreitägigen Pfingstcamps gegen die Wehrpflicht Süd 2026 mit seinen über 300 Besucherinnen und Besuchern. Es war auch der rote Faden, der sich durch das ganze Camp zog.

„Vor über 100 Jahren haben die ersten Pfingst-Jugendcamps stattgefunden. Heute stehen wir hier in derselben Tradition“, hieß es bei der Abschlussrede der SDAJ. Von Freitag bis Pfingstmontag führte der Verband diese Tradition fort, zusammen mit der Linksjugend solid Hessen, der jungen BAU Mittelfranken, VVN-BdA Baden-Württemberg, der DKP und weiteren Jugendorganisationen. Das Kernthema: Der Kampf gegen die Wehrpflicht. Zwischen Fußball, Volleyball und Graffiti-Workshops diskutierten Teilnehmer gemeinsam darüber und tauschten ihre Erfahrungen aus darüber, wie man am Besten gegen die Wehrpflicht vorgeht. So berichtete Atlas von solid über die Bundeswehrbesuche an seiner Schule und darüber, wie seine Mitschüler auf die finanziellen Anreize reagieren, mit denen die Bundeswehr sie ködern will. Oder Michl darüber, wie er an seiner Schule zusammen mit der Schülermitverwaltung eine Umfrage gegen die Wehrpflicht organisierte. Auch bei ihm zeigte sich, was man in allen Umfragen unter direkt Betroffenen sieht: 85 Prozent seiner Mitschüler sind gegen Wehrpflicht.

Zwei Wochen vor Camp-Beginn fand der dritte Schulstreik gegen die Wehrpflicht statt. Über 45.000 SchülerInnen aus 160 Städten beteiligten sich daran. Im Dezember hatte versuchte Kriegsminister Boris Pistorius noch versucht, die SchülerInnen über Instagram anzusprechen und auf seine Seite zu bekommenziehen. „Dass ihr Euch davon nicht habt verarschen lassen, war klar“, hieß es in der Abschlussrede von der DKP. Und gerade deshalb wurden die Repressionen härter. „Schulstreik gegen Wehrpflicht: Verfassungsfeinde mobilisieren“, hieß die Panik-Schlagzeile des „Bayerischen Rundfunks“ am Morgen des dritten Schulstreiks. Die SDAJ wurde als „Treiber“ hinter den Schulstreiks „enthüllt“ und in mehreren Berichten diffamiert. Wer den Aufbau einer breiten antimilitaristischen Jugendbewegung verhindern will, obwohl der Großteil der Jugend den Kriegsdienst ablehnt, muss sie spalten. Das „wird in Eurem Umfeld niemanden abschrecken“, sagte die DKP am Sonntagabend. Das Pfingstcamp gegen die Wehrpflicht war ein Beweis dafür. Obwohl der „Bayerische Rundfunk“ den Keilstoß gezielt bei den Gewerkschaften ansetzte, führte die Berichterstattung stattdessen zu verstärkter Solidarität. Wie Michi, Jugendsekretär der ver.di-Jugend München, bei der Podiumsdiskussion klarstellte: „Wichtig ist, dass wir uns nicht spalten lassen! Wir müssen weiterhin erkennen, wer der wahre Feind ist!“

„Obwohl sie sogar die Leitmedien einsetzen, um Euren Schulstreik am 8. Mai zu schwächen, haben sie damit wahrscheinlich das Gegenteil erreicht und deutlich gemacht: Ja, wir Kommunistinnen und Kommunisten stehen für den Frieden; wir wollen den imperialistischen Krieg verhindern“ unterstrich die DKP. Die Herrschenden bereiten den Krieg vor – und es ist vor allem die Jugend, die darunter leidet.

Umso wichtiger ist es, nicht nur gemeinsam zu kämpfen, sondern auch gemeinsam zu lachen, singen und feiern. Und das erreichten die Camps gegen die Wehrpflicht am Pfingstwochenende: Nicht gespalten, sondern vereint. Nicht nur in Deutschland, sondern international.

Die immer wahnwitzigeren Spaltungsversuche bringen die Militaristen ins Schwitzen. Die Teilnehmer des Pfingstcamp Süd blieben cool. Sie planen schon jetzt den nächsten Anlauf im Kampf gegen die Wehrpflicht. Sie schwitzten am Wochenende nur der Sonne wegen.

Fotogalerie:

20260523 204025 - Sommer, Sonne, Spaltungsversuche - DKP, Pfingstcamp 2026, SDAJ, Wehrpflicht - Blog, Politik
previous arrow
next arrow
 

[author_box]

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.



Spenden für DKP
Unsere Zeit