Vom 28. bis 30. August finden in Berlin die UZ-Friedenstage statt. Volles Programm gibt es an diesen Tagen im und vor dem FMP1, besser bekannt als ND-Gebäude, in der Nähe des Ostbahnhofs. Im FMP1 werden DKP und SDAJ in jeweils drei Räumen Programm anbieten. Auf der Bühne vor dem FMP1 gibt es ein durchgehendes Kulturprogramm mit Künstlerinnen und Künstlern aus Ost und West. Außerdem wird es ein Literaturzelt mit Lesungen und einen Kinderbereich mit Mitmachprogramm geben. Im Innenhof lädt die Casa Cuba zum verweilen. Die UZ-Friedenstage sind ein Mutmacher in diesen düsteren Zeiten. Sie sind ein Treffpunkt der Friedensbewegung, der Jugend gegen Wehrpflicht, der Solidaritätsbewegung für Kuba und Palästina und von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. Alle gemeinsam eint der Wunsch nach Frieden und der Stärkung der Friedens- und Gewerkschaftsbewegung. Die UZ-Friedenstage sind nicht zuletzt ein Ort, wo man mit Kommunistinnen und Kommunisten ins Gespräch kommen kann und auch die DKP Berlin, die zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen kandidiert, und ihre Positionen kennenlernen kann. Auf dieser Doppelseite geben wir einen ersten Überblick über das Programm, das die DKP in drei Räumen, im FMP1 zu bieten hat. Hier und da wird sich noch etwas ändern, kommen weitere Referenten hinzu oder ändern sich Uhrzeiten – immer lohnt sich deshalb ein Blick auf die Homepage.
Freitag, 28. August 2026

18.00 Uhr: Kuba ist nicht allein
Kuba ist unter Druck durch die verbrecherische US-Blockade, aber Kuba kämpft und ist nicht allein. Die UZ-Friedenstage beginnen mit einer großen Manifestation in Solidarität mit dem sozialistischen Kuba auf der Bühne – mit Musik von Pablo Miró, Calum Baird, Tobias Thiele, Integral und Nicky Marquez. Es sprechen Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, Booker Omole aus Kenia, Brigadisten und Vertreterinnen und Vertreter von Soli-Organisationen. Im Anschluss feiern wir den 100. Geburtstag von Fidel Castro in der Casa Cuba im Innenhof des FMP1 – es darf getanzt werden!

19.30 Uhr: Den dritten Weltkrieg verhindern!
Die Bundesrepublik ist der viertgrößte Waffenexporteur weltweit, dabei ist die Umstellung der Industrie auf Rüstungsproduktion erst am Anfang. Hoffnungen auf Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie lähmen den Kampf der Gewerkschaften gegen die Deindustrialisierung. Die Hochrüstung wird von uns allen bezahlt, indem der öffentliche Dienst totgekürzt wird, ebenso wie die Finanzierung von Bildung und Sozialem. Der deutsche Imperialismus bereitet sich auf einen heißen Krieg gegen Russland vor und riskiert dabei den dritten Weltkrieg. Was können wir dagegen tun, welche Möglichkeiten hat die Friedensbewegung?
Podiumsdebatte unter anderem mit Lühr Henken (Bundesausschuss Friedensratschlag) und Björn Blach (DKP-Parteivorstand), Moderation: Mark Ellmann
19.30 Uhr: Soli-Abend für den Donbass
Filmvorführung von „Leben und Sterben im Donbass“ und „Die Geschichte wiederholt sich“, anschließend Gespräche mit dem Filmemacher Wilhelm Domke und Teilnehmern der Antifaschistischen Karawane
20.00 Uhr: Die Herren der Welt, Konzert
Antikriegsprogramm von Christa Weber und Martin Götz gegen Imperialismus, Neokolonialismus, Militarismus: Mit Gedichten und Liedern des palästinensischen Dichters Mahmoud Darwisch, den iranisch/persischen Dichtern Hafez Mousavi und Nahid Bagheri-Goldschmied, dem afrikanischen Dichter Kalungano, dem chilenischen Dichter Pablo Neruda, dem kubanischen Dichter Carlos Puebla, dem türkischen Dichter Nazim Hikmet sowie Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und Erich Mühsam spüren wir den Auswüchsen alter und neuer Sklaverei, Unterjochung und Ausbeutung bis hin zur Ausrottung ganzer Völker nach und dem Kampf für ein gerechtes Leben, in dem der Mensch kein erniedrigtes, kein geknechtetes, kein verlassenes, kein verächtliches Wesen mehr ist.
Samstag, 29. August 2026
10.00 Uhr: Über die Arbeit der Kommunisten in Brasilien
In Brasilien ist Luiz Inácio Lula da Silva, ein Gewerkschafter und Vertreter der Arbeiterbewegung, Präsident. In seiner Regierung ist auch die Kommunistische Partei Brasiliens (PCdoB) mit Luciana Santos als Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Innovationen vertreten. Gleichzeitig gibt es im Parlament des Landes eine Mehrheit rechter Kräfte. Was bedeutet die Lula-Regierung für die arbeitenden Menschen in Brasilien? Warum ist die Regierungsbeteiligung von Kommunisten wichtig? Wie sieht die Partei das Verhältnis von parlamentarischer und Regierungsarbeit zur außerparlamentarischen und Gewerkschaftsbewegung? Und wie schätzt die KP die Aussichten angesichts der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA ein?
Über diese Fragen diskutieren wir mit Ana Prestes, internationale Sekretärin der KP Brasilien (PCdoB). Moderation: Günter Pohl
10.30 Uhr: Den Generalangriff auf unsere Rechte abwehren!
Gesundheitsversorgung, Rente, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Achtstundentag – die Liste geplanter Angriffe der Kapitalseite und ihrer Regierung auf die Beschäftigten, ihre Gewerkschaften und unsere erkämpften Rechte ist lang. Aber wie kann dem Angriff begegnet werden? In welchem Verhältnis stehen diese Angriffe zu Militarisierung und Kriegsvorbereitung? Und welche Rolle muss deshalb der Friedenskampf bei der Abwehr der Angriffe auf unsere sozialen Rechte haben?
Podiumsdiskussion unter anderem mit Ulrike Eifler, Erstunterzeichnerin der Initiative Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg, und Tatjana Sambale, Mitglied des DKP-Parteivorstandes und seiner Kommission Betrieb und Gewerkschaft, Moderation: Jan von Hagen
10.30 Uhr: Glaubst du, die Russen und Chinesen wollen Krieg?
Podiumsdiskussion mit Beat Schneider (Publizist) und Arnold Schölzel (DKP)
11.00 Uhr: Afrika im Kampf gegen den Imperialismus
Trotz seines Reichtums an Rohstoffen und einer rasch wachsenden Bevölkerung bleibt der afrikanische Kontinent in neokolonialen Abhängigkeiten verstrickt. Viele Staaten werden von einer Kompradorenbourgeoisie regiert, die eng mit Imperialisten im Ausland kollaboriert. Doch der Widerstand wächst, und Proteste mit antiimperialistischen Zügen flammen auf. In Westafrika hat die Allianz der Sahelstaaten (AES) einen souveränen Entwicklungsweg eingeschlagen. Wie sieht die neokoloniale Plünderung Afrikas heute aus und welche Rolle spielt das deutsche Kapital dabei? Wie hat sich der Widerstand in den letzten Jahren entwickelt? Welche Bedeutung und Charakter hat die AES? Welche Rolle spielen China und Russland auf dem Kontinent?
Wir diskutieren mit Booker Omole, Generalsekretär der KP Kenias (CPM-K), Moderation: Valentin Zill
12.00 Uhr: Der deutsche Imperialismus – Vasall oder Konkurrent der USA?
Beim Angriffskrieg der USA auf den Iran steht die Bundesregierung treu an der Seite der USA, ebenso im Kampf gegen China, und ab Oktober wird ein US-Offizier im operativen Führungskommandos der Bundeswehr installiert. Ist der deutsche Imperialismus eine Marionette des US-Imperialismus oder versucht er im Windschatten der USA zu neuer Größe zu kommen? Der Aufbau der größten Armee Europas dient der Weltmachtrolle, ebenso wie die Debatte um eine europäische Atombombe. Wie ist das Land einzuschätzen, in dem wir leben und kämpfen? Welche Rolle spielen nationale Interessen im Kampf um Frieden? Fragen, die weder für eine Strategie der Friedensbewegung noch für fortschrittliche Kräfte einfach zu beantworten sind.
Darüber diskutieren Sevim Dagdelen (BSW), Patrik Köbele (Vorsitzender der DKP) und Jörg Kronauer (german-foreign-policy.com)
12.00 Uhr Arbeit in der Rüstungsindustrie – besser als gar keine?
VW in Osnabrück, ein Waggonbauwerk in Görlitz, der Einstieg von Rheinmetall und KNDS in viele Betriebe … der Umbau hin zur Kriegswirtschaft läuft auf Hochtouren. Und das in einer Zeit, in der jeden Monat Tausende Industriearbeitsplätze verloren gehen. Die Frage, ob man nicht lieber in der Rüstungsindustrie arbeitet als nirgendwo, stellt sich real. Wie müssen sich die Friedenskräfte, Gewerkschaften und Kommunisten in dieser Situation aufstellen? Wie sprechen wir verunsicherte Belegschaften an? Wie schaffen wir die Einheit von Arbeiter- und Friedensbewegung?
Podiumsdiskussion mit Benedikt Kolbe, Mitglied der Kommission Betrieb und Gewerkschaft des DKP-Parteivorstands, Timo Reuter, aktiver IG-Metaller und Unterzeichner des Aufrufs von VW-Beschäftigten „Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft!“ und Nonni Morisse, Gewerkschaftssekretär aus Bremerhaven, Moderation: Lars Mörking
12.30 Uhr: Hintergründe zum Krieg in Westasien
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran war völkerrechtswidrig, gerechtfertigt mit ähnlichen Lügen wie der Krieg 2003 gegen den Irak. US-Präsident Trump drohte sogar mit der Auslöschung der iranischen Zivilisation. Bereits seit Langem führen die USA und Israel einen hybriden Krieg in der Region. Israel unterstützt die USA in ihrem Krieg gegen den Iran und greift im Rahmen seines Krieges gegen Palästina vor allem den Libanon an sowie Syrien, Jemen und Katar. Worum geht es beim Flächenbrand in Westasien („Naher Osten“), welche Interessen verfolgen die USA und Israel? Warum unterstützt sie die deutsche Bundesregierung und warum gibt es so wenig Protest in Deutschland?
Podiumsdiskussion mit Karin Leukefeld (Journalistin), Joachim Guilliard (Aktivist der Friedensbewegung) und Manfred Ziegler (UZ-Autor)
13.30 Uhr: Widerstand gegen Wehrpflicht
Podiumsdiskussion der SDAJ mit Vertreterinnen und Vertretern von Jugendverbänden und Schulstreikkomitees
13.30 Uhr: Daseinsvorsorge in Flecktarn?
Bei der Bahn gilt Vorfahrt für Panzer, Soldaten in Uniform fahren umsonst. Wie es sonst so bei der Bahn läuft oder eher nicht läuft, davon können viele Bahnkunden berichten. Der DHL-Konzern verdient auf der ganzen Welt mit den Kriegen des imperialistischen Lagers, dafür wird die Postzustellung im Inland immer unzuverlässiger. Besondere Ausmaße hat bereits die Militarisierung der Krankenhäuser erreicht. Welche Strategien verfolgen Monopole und Staat bei der Umstellung auf Kriegswirtschaft in der Daseinsvorsorge? Wie wirkt sich die Militarisierung der Daseinsvorsorge auf Beschäftigte und die Bevölkerung aus? Und wie kann der Widerstand gegen den Kriegskurs mit dem Kampf um eine demokratische Daseinsvorsorge verbunden werden?
Über diese Fragen diskutieren Rainer Perschewski, Mitglied der EVG und des DKP-Parteivorstandes, und Genossinnen und Genossen aus dem Gesundheitsbereich und aus der DKP-Betriebsgruppe Post in Kassel, Moderation: Tatjana Sambale

15.00 Uhr: Antiimperialismus und der Kampf gegen Neokolonialismus heute
Im Kampf gegen den Verlust seiner Vorherrschaft tritt der Imperialismus immer aggressiver auf. Länder werden angegriffen, Stellvertreterkriege und Genozide werden ausgedehnt und eine große Konfrontation gegen China wird vorbereitet. Was bedeutet antiimperialistische Politik vor diesem Hintergrund? Welche Rolle spielt der nationale Befreiungskampf heute? Welche Bedeutung haben Strukturen wie BRICS und die Shanghai Cooperation Organisation? Was ist die Aufgabe fortschrittlicher Kräfte in den Hauptländern des Imperialismus?
Über diese Fragen diskutieren wir mit Booker Omole, Generalsekretär der KP Kenias (CPM-K), einem Vertreter der palästinensischen Befreiungsbewegung, einem kubanischen Genossen und Carolus Wimmer vom Komitee für internationale Solidarität und Friedenskampf (COSI) aus Venezuela
15.00 Uhr: Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gegen Krieg
Gegen den Generalangriff der Bundesregierung auf erkämpfte soziale Errungenschaften, die der Finanzierung der Kriegsvorbereitung dienen, regt sich Widerstand in den Gewerkschaften. Zahlreiche Mitglieder und verschiedene Gliederungen setzen sich für stärkeres friedenspolitisches Engagement und Beschlüsse ein. Davon getrieben hat der DGB-Bundeskongress im Mai die Ablehnung der NATO-Aufrüstungsvorgabe von 5 Prozent der Wirtschaftsleistung, die Ablehnung der Stationierung von US-Angriffsraketen in Deutschland und die Ablehnung der Wehrpflicht bekräftigt. Auf der anderen Seite soll die friedenspolitische Ausrichtung der Gewerkschaften auf den Prüfstand gestellt werden. Im Workshop wollen wir uns über konkrete Ansätze, und lokale Aktivitäten sowie Vernetzungen von friedensbewegten Gewerkschaftsaktiven auszutauschen. Mit Blick auf die Gewerkschaftstage im nächsten Jahr von der IG Metall, von ver.di und der IG BAU wollen wir uns auf die Vorkonferenzen mit Anträgen und Diskussionen in den Regionen und Bezirken sowie bei Jugend, Frauen, Senioren vorbereiten. Mit Ulrike Eifler (Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg), Anne Rieger (Bundesausschuss Friedensratschlag) und Mark Ellmann (DKP-Friedenskommission). Alle drei sind Mitherausgeber der Sammlung „Gewerkschaftliche Friedensbeschlüsse“
15.30 Uhr: Gelebter Antifaschismus in der DDR
Nach der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald, schworen die Überlebenden auf „die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“. Die DDR war ein Versuch, einen Staat in diesem Sinne aufzubauen. Im Westdeutschland konnte davon keine Rede sein. Heute unterstützt die BRD Israel bei einem Völkermord in Gaza unter dem Vorwand der „Staatsräson“. Katja und Thomas Geggel sind beide über 75 Jahre alt – sie sind Antifaschisten, Kommunisten und unermüdlich aktiv in der Palästina-Solidarität. Der Kampf für das Ende des israelischen Völkermords in Palästina gehört für sie zu den Lehren aus dem Faschismus, ist Bestandteil des Schwures von Buchenwald. Ein Kampf, der auch mit der Familiengeschichte des antifaschistischen Ehepaars – nicht zuletzt beim Aufbau der DDR – zu tun hat.
Eric Hesse, DKP Berlin, spricht mit den beiden über ihre Geschichte und ihre Lehren daraus. Katja und Thomas sind Mitglieder in der Gesellschaft für rechtliche und humanitäre Unterstützung (GRH), Thomas ist auch Mitglied der „Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden im Nahen Osten“.

16.30 Uhr: BRICS und die „multipolare Weltordnung“ – Die Sicht aus China und Brasilien
BRICS ist ein wirtschaftlicher Zusammenschluss von Ländern aus dem sogenannten „Globalen Süden“, die Wert auf Kooperation zum gegenseitigen Nutzen legen, um wirtschaftlich unabhängiger vom Imperialismus werden zu können. Er spielt eine große Rolle bei der Entstehung der „multipolaren Weltordnung“. Sowohl das sozialistische China als auch das kapitalistische Brasilien gehören zu den BRICS-Gründungsstaaten. Welche Vorteile ergeben sich aus der Zusammenarbeit in BRICS für die beiden Länder? Welche Erfolge wurden bisher erzielt und welche Herausforderungen bleiben noch zu bewältigen?
Wir diskutieren mit einem Vertreter der Botschaft der VR China und mit Ana Prestes, Internationale Sekretärin der KP Brasilien (PCdoB), die derzeit mit einer Ministerin in der brasilianischen Regierung vertreten ist, Moderation: Matthew Read
16.30 Uhr: Betriebsgruppen der DKP – Wo gibt’s denn sowas?
„Eine Kämpferschar wie die Hamburger, die sich auf fest verwurzelte Zellen in allen Betrieben und auf die Vereinigung der breitesten Arbeitermassen stützt, wird künftig in einer ähnlichen Situation unbesiegbar sein.“ Das sagte Ernst Thälmann 1925 zur Auswertung des Hamburger Aufstandes. Kommunistinnen und Kommunisten sehen in den Betriebsgruppen zentrale Hebel die Arbeiter für den Klassenkampf, für den Frieden und die Solidarität zu gewinnen. Wie gehen sie dabei vor? Welche Erfolge haben sie dabei errungen?
DKP-Betriebsgruppen stellen sich und ihre Arbeit vor – und werden geehrt.

18.00 Uhr: Friedensmanifestation
Der Höhepunkt der UZ-Friedenstage ist die große Friedensmanifestation auf der Bühne – mit der Begrüßung unserer Internationalen Gäste. Die Manifestation wird mitgestaltet von Kai Degenhardt, Hartmut König und Gina Pietsch. Es sprechen Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, Andrea Hornung, Vorsitzende der SDAJ, der Schriftsteller Dietmar Dath und Jutta Kausch von der Friedenskoordination Berlin. Durch das Programm führen Melina Deymann und Mark Ellmann. Die Friedensmanifestation ist der Auftakt für das antiimperialistische Solidaritätskonzert mit Banda Bassotti.
20.00 Uhr: Von den Leben die hellen, von den Toden die schnellen
Konzert zum 70. Todestag von Bert Brecht mit Gina und Frauke Pietsch
Sonntag, 30. August 2026
10.30 Uhr: Berufsverbote gestern und heute
Den Krieg führbar zu machen, das bedeutet nach innen Demokratie abzubauen. Dafür standen die Berufsverbote der deutschen Faschisten, der Radikalenerlass unter Brandt genauso wie die Wiedereinführung von Berufsverboten heute. Argumentiert wird dieser Grundrechtsabbau mit dem Erstarken der AfD. Aber wen haben die Berufsverbote getroffen? Welche Funktion erfüllen sie heute? Und wie können wir gegen sie ankämpfen?
Podiumsdiskussion unter anderem mit Heiko Humburg, GEW Hamburg, aktiv im Hamburger Bündnis gegen Berufsverbote, und Freya Pillardy, aktiv im Bezirks-Jugend-Vorstand ver.di Nordhessen und Vertrauensfrau im öffentlichen Dienst, Moderation: Torben Müller
10.30 Uhr: Berlin, Stadt der Rüstung? – Stadt des Friedens!
Im Dezember 2025 beschloss der Berliner Senat, er wolle die „Hauptstadt der Start-ups“ zur europäischen Rüstungsmetropole für „Defence Tech“ ausbauen. Das über ein Jahrzehnt in Berlin wuchernde „Ökosystem“ aus Risikokapital und Start-ups, Hubs und Co-Working-Spaces soll für die Kriegsvorbereitung umgerüstet werden. Kurzum: Der schwarz-rote Berliner Senat setzt voll auf Krieg. Mit welcher Überzeugung und welchem schamlosen Selbstbewusstsein Wegner seine Rüstungspläne vollziehen kann, zeigt umgekehrt ein zentrales Problem: Es fehlt der Widerstand. Es fehlt eine starke, breite und geeinte Friedensbewegung, die diesem Umbau wirkungsvoll entgegentreten muss. Auch wenn der Friedenskampf in Berlin in den vergangenen Jahren spürbar mehr Zulauf erfahren hat – durch zum Beispiel die Solidaritätsbewegung für Palästina und die beeindruckenden Erfolge der Schulstreiks –, fehlt es dennoch an gemeinsamer Orientierung und Stoßrichtung. Chris Hüppmeier (DKP) gibt einen kurzen Überblick über die aktuellen Entwicklungen des „Defence Hub“ Berlin und diskutiert mit Antimilitaristen über den nötigen Widerstand, Moderation: Lena Kreymann
11.00 Uhr: Deutsche Wege, Matinee
In der sowjetischen Besatzungszone (SBZ), der späteren DDR, vereinigten sich die beiden Arbeiterparteien KPD und SPD zur SED, um mit dem antifaschistisch-demokratischen Aufbau die Wurzeln des Faschismus zu beseitigen. In den westlichen Besatzungszonen wurde der Monopolkapitalismus restauriert. Um das zum Bollwerk gegen den Osten zu machen und eine „neue Wehrmacht“ durchsetzen zu können, wurde 11 Jahre nach der Befreiung die KPD verboten. Bereits 5 Jahre zuvor wurde die Volksbefragung gegen die Remilitarisierung und die Freie Deutsche Jugend (FDJ) in die Illegalität getrieben. Das ist nun 80 bzw. 70 Jahre her. Mit unserer Matinee wollen wir gedenken und bedenken was das mit heute zu tun hat. Daran wirken mit Egon Krenz, Hartmut König, Erich Schaffner und Patrik Köbele. Durch das Programm führt Gina Pietsch.
12.00: Umwelt- und Friedensbewegung – Wie kann der gemeinsame Kampf gelingen?
Nach den großen Demonstrationen der Fridays-for-Future-Bewegung vor einigen Jahren scheint die Umweltbewegung derzeit deutlich geschwächt. Die Friedensbewegung tritt vor dem Hintergrund der aktuellen Kriege in der Ukraine, in Gaza und im Iran hingegen wieder etwas stärker in Erscheinung. Doch sowohl Kriegsgefahr als auch das Ausmaß der Umweltzerstörung bedrohen die Lebensgrundlagen großer Teile der Menschheit und sind Ausdruck derselben Krise, die sich als Doppelkrise des Imperialismus beschreiben lässt. Wir wollen uns mit Akteuren aus der Umwelt- und Friedensbewegung dazu austauschen, was wir aus gemeinsamen Erfahrungen lernen können. Neben einer Bestandsaufnahme, wie die Umweltbewegung heute zur Friedensfragen steht, wollen wir gemeinsame Kampffelder identifizieren und herausarbeiten, wo gemeinsam wirksame Kämpfe entwickelt werden können.
Mitglieder der Umwelt-Kommission der DKP diskutieren mit Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstands der Naturfreunde Deutschlands.
13.00 Uhr: Gegen Geschichtsverfälschung und Russophobie
In der EU und insbesondere in Deutschland sind Verfälschungen der Geschichte mittlerweile an der Tagesordnung. Die Sowjetunion und das faschistische Deutschland werden im gleichen Maße als Verursacher des zweiten Weltkriegs dargestellt, die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung vom Faschismus negiert. Denkmäler für die Befreier sollen mit verfälschenden Informationen „ergänzt“ werden. Verbunden ist dies mit einer zunehmenden antirussischen Propaganda von Seiten der herrschenden Politik im Rahmen der aggressiven Kriegspolitik des deutschen Imperialismus. 85 Jahre nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion wird wieder ein Krieg gegen Russland vorbereitet. 27 Millionen ermordete Sowjetbürger sollen vergessen gemacht werden. Kultureller und wissenschaftlicher Austausch findet nicht mehr statt, während de facto in der Ukraine bereits ein Krieg der NATO gegen die Russische Föderation geführt wird.
Um dieser Kriegspropaganda entgegenzuwirken wird Arnold Schölzel, UZ-Autor und Mitglied des Parteivorstandes der DKP, mit dem Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Herrn Sergej Netschajew, ein Podiumsgespräch über Geschichtsverfälschung, antirussische Propaganda und die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg führen.
13.30 Uhr: Wohnungspolitik in der DDR
Gemeinsame Veranstaltung mit der Internationalen Forschungsstelle DDR
Die DDR hat es vorgemacht
„Bauen, bauen, bauen“ versprechen CDU und SPD seit Jahren – und verfehlen selbst ihre moderaten Ziele für den Wohnungsbau. Nun wollen sie auch alle Vergesellschaftungsinitiativen per Gesetz verbieten, angeblich, um „den privaten Wohnungsbau nicht zu gefährden“. Die DDR ging einen ganz anderen Weg: Mit einer planmäßigen Wohnungspolitik auf Basis von Volkseigentum und verstaatlichter Industrie baute sie in einem Tempo, von dem der heutige Berliner Senat nur träumen kann. Was können wir daraus für die Zukunft lernen? Darüber diskutieren wir mit Karin Baumert von der Berliner MieterGemeinschaft e.V. und der Internationalen Forschungsstelle DDR (IFDDR).

Spendet für unser Fest!
Die UZ-Friedenstage kosten keinen Eintritt, damit alle, die es wollen, daran teilnehmen können. Damit das funktioniert, bitten wir alle, die es können, um ihre Solidarität. Spendet für die UZ-Friedenstage und kauft euch einen Soli-Pin.
Spendenkonto: Sparkasse Essen
IBAN DE21 3605 0105 0003 6306 13
BIC SPESDE3EXXX
Künstler für den Frieden
Auf der Bühne vor dem FMP1 ist immer was los. Wir freuen uns auf ein tolles Programm von Weggefährten des Kampfes für Frieden und Solidarität.
Freitag, 28. August
18.00 Uhr Kuba-Manifestation unter anderem mit Pablo Miró, Tobias Thiele, Calum Baird, Integral und Nicky Marquez Trio

Samstag 29. August
RotFuchs-Singegruppe
Betty Rossa und Kapelle Gigs
Achim Bigus
Schenzer und Wilke
Kai Degenhardt
Calum Baird
Song Contest
Free Willy
Trio Quijote
18.00 Uhr: Friedensmanifestation unter anderem mit Hartmut König, Kai Degenhardt und Gina Pietsch
20.00 Uhr: Solidaritätskonzert mit Banda Bassotti


Sonntag, 30. August
Bejarano und Microphone Mafia
Hartmut König
Tobias Thiele
Trio Quijote
Integral


Das Programm des Literaturzelts
Es wird eine Welt nach der Männerfußball-WM geben. Aber auch dann wird es ohne Fußball nicht gehen: Im Literaturzelt der UZ-Friedenstage spricht Raphael Molter, Ko-Autor von „Matchplan Meuterei“, über den Klassenkampf auf und vor allem neben dem Rasen.
Die schöne Seite der linken Literatur zeigen uns unter anderem die Romanciers Michael Sollorz („Die Eignung“) und Rick Lupert („Erinnern an uns“).
Es wird nicht nur episch, sondern auch lyrisch: Mit „Diesem Vaterland nicht meine Knochen“ werden politische Gedichte von Peter Hacks vorgestellt. Und an einem Abend wird das „P“ in DKP für Poetry Slam stehen.
Wir freuen wir uns auf das Porträt der Widerstandskämpfer Alice und Werner Stertzenbach durch Gisela Blomberg.
Es lesen und diskutieren Olivier David „Von der namenlosen Menge – Über Klasse, Wut & Einsamkeit“, Franziska Haug über queere DDR-Literatur, Manfred Sohn über den reaktionär-militaristischen Gesellschaftsumbau sowie Günter Pohl, Tobias Kriele und Marlon Grohn.
Vorgestellt wird das neue Buch von Sven Tarp „Die Ruhe vor dem Sturm – Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Menschheit“.








